Von Potosi nach Tupiza

„Tenemos un problema!“
(dt.“Wir haben ein Problem!“)
So begrüßten wir am Sonntag, morgens um kurz nach 7Uhr die Dame am Busterminal-Kartenverkaufsschalter.
Denn man hatte uns gestern (26.10.) ein Ticket mit dem Datum von übermorgen (28.10) ausgestellt, statt für heute (27.10.). Obwohl wir es -natürlich in einwandfreiem Spanisch- ‚para mañana‘ (dt.“für morgen“) geordert hatten 🙂

Den Fehler hatten wir natürlich erst gemerkt als wir schon im Hostel in Potosi waren. Auf gut Glück sind wir dann morgens zum Busbahnhof und tatsächlich – sie lächelte bloß und gab uns einen neuen Zettel. Wie einfach! (Stellt euch mal vor wir wurden am Schalter der Deutschen Bahn um einen kurzfristigen, kostenlosen Umtausch eines Tickets bitten…)

Mittlerweile haben wir irgendwie eine lateinamerikanische Gelassenheit – als wir gestern in Potosi ankamen merkten wir im Taxi, dass wir keine Ahnung hatten wie die Adresse des Hostels lautet und ließen uns auf gut Glück in den Ort fahren (tatsächlich fanden wir das Hostel), dann das falsche Busticket und jetzt nach Tupiza war es uns völlig egal, dass der Bus gar nicht von unserer gebuchten Busgesellschaft war… Hauptsache wir sitzen drin und es ist das richtige Fahrtziel–> Tupiza.

Hier in Bolivien läuft eben alles eher wieder wie in Ecuador – tranquillo („ruhig“). Das die Strecke dann statt 6 nur 4,5 Stunden dauerte war uns recht, auch wenn es sehr ungewöhnlich war.

Wir lernten im Busbahnhof Robert kennen – einen unglaublich netten, vitalen Herren im Ruhestand, der mit seiner Frau in Südafrika lebt und dessen Tochter viele Jahre in Bolivien gearbeitet hat und ihn drängte unbedingt die Salzwüste zu besuchtet, „bevor er abkratzt“.(O-Ton Robert)

Neben den schönen Landschaften, die wir auf unserer Reise sehen, sind vor allem die Begegnungen mit anderen Reisenden so spannend – jeder hat seine eigene kleine Geschichte zu erzählen!
Leider reiste Robert bereits am nächsten Tag in die Salzwüste und unsere Wege trennten sich.
Wir buchten für Montag dann erst einmal einen ‚Triathlon durch Tupiza‘.

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Sucre & Potosi

Nachdem wir im staubigen und lauten La Paz ein paar Tage verbracht haben, sind wir mit dem Nachtbus nach Sucre gefahren. In diesem Nachtbus hatten wir echt richtig viel Platz und die Möglichkeit unsere Sitze um 180 Grad zu kippen. Und das Ganze für gerade mal 14€ pro Person!

Sucre ist die offizielle Hauptstadt von Bolivien und bekannt für seine weißen Kolonialbauten und seine Schokolade 😄. Das Hostel erwies sich als ein Glücksgriff. Das sehr sympathische Besitzerpaar (Olivier & Jaqueline) kam vor acht Jahren aus der Schweiz nach Bolivien, um sich hier in Sucre ihren Lebenstraum zu erfüllen. Das Hostel war liebevoll eingerichtet, hatte große Zimmer, einen schönen Patio und lag in unmittelbarer Nähe zum Hauptplatz (Plaza 25 de Mayo) und zum Markt. Gleich am ersten Tag haben wir uns auf diesem Markt mit all möglichen Lebensmitteln eingedeckt und abends erst mal anständige Nudeln Bolognese gekocht. Es hat (auch mir) mal wieder Spaß gemacht sein Essen selbst in der Küche zu machen und es vor allem zu würzen. Dazu muss man wissen, dass die meisten Speisen hier in Südamerika eher ein bisschen fade sind. Außerdem gab es an diesem Abend eine leckere Flasche Chilenischen Rotwein dazu…
Uns gefiel es hier in Sucre nun so gut, dass wir gleich am nächsten morgen unseren Aufenthalt verlängerten.
So erkundigten wir die Stadt und Umgebung die nächsten Tage genauer und uns gefiel es, dass man zur Abwechslung sehr viele junge Menschen (Anm. d. Red.: Es gibt wohl eine Uni in Sucre) sah und die Stadt eine gewisse Gemütlichkeit ausstrahlte. Am letzen Abend gingen wir auf den Tipp von Jaqueline in ein besonderes „Restaurant“. Es lag zwar etwas abseits der normalen touristischen Wege, aber man muss sich in dieser Stadt selbst zur späten Stunde keine Sorgen um seine Sicherheit machen. Wir !klingelten! dann also an der beschriebenen Adresse und der Besitzer öffnete uns lächelnd die Tür. Man hatte nun nicht das Gefühl in einem typischen Restaurant zu sitzen, sondern mehr bei Freuden zu Hause eingeladenen zu sein und im Wohnzimmer das Essen serviert zu bekommen. Es bleibt festzuhalten: Sucre ist ein wirklich schöne, lebenswerte Stadt und selbst bolivianischer Rotwein schmeckt super! 😉

Potosi – die höchst gelegende Stadt der Welt (4060 m)

Potosi liegt drei Stunden entfernt von Sucre und ist berühmt für seine Silbermiene im Berg „Cerro Rico“. (Über diese Mienen brachten die Spanier in den vergangenen Jahrhunderten bis zu ca. 60.000 Tonnen Silber nach Europa.)
Entgegen vieler Touris jedoch haben wir uns aber gegen einen Besuch in einer solchen Miene entschieden. Zu einem hatte Julia ein bisschen mit der Höhe zu kämpfen und richtig Bock in einen viel zu engen und warmen Mienenschacht zu krabbeln hatte ich auch nicht. Also lieber Stadt anschauen und nächsten morgen weiter nach Tupiza fahren. Von hier aus werden wir uns die nächsten Tagen die Salzwüste Boliviens erkunden. Nach den letzten zwei Wochen des Rumgammelns endlich wieder Action. Wir werden berichten…