Artikel im Wiesbadener Kurier

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Löwenmut – Kaenguruh Home in Klipriver – ein Haus voller Kinderlachen!

Am Dienstag besuchten wir dann das erste Mal das Kinderhospiz Löwenmut, was in Klipriver nur als ‚Kaenguruh Home‘ bekannt ist. (Denn so ist es in Afrika als Organisation eingetragen.)
Ehrlich gesagt waren wir aufgeregt und wussten nicht wirklich was uns erwartet.

Als ich letztes Jahr zusammen mit Rosanna das Kinderhospiz Bärenherz besuchte, standen wir in Erbenheim vor einem großen modernen Glasbau, der gerade fertig gestellt war und fast noch ‚neu roch‘. Alles wirkte sehr liebevoll, aber vor allem auch gut strukturiert, organisiert und gut ausgestattet. Wir sahen an diesem Nachmittag nur eine Mutter mit Ihrem schwerkranken Säugling in der Hängematte, ansonsten waren die Kinder mit Familie gerade in Therapie, ihren Familien-Räumen oder zumindest nie dort, wo wir gerade reinschauten. Die gesamte Atmosphäre bei Bärenherz war ruhig, liebevoll aber auch sehr ‚intim‘, so dass wir nicht ‚stören‘ wollten.

Doch wie würde es in Afrika sein? – Wir wussten, dass in dem Home 21 Kinder leben, die alle unterschiedliche körperliche und psychische Behinderungen haben und aus sehr einfachen Familienverhältnissen stammen, so dass deren Eltern sich meistens gar nicht oder nur ungenügend um die Kinder kümmern können. Was das aber in Afrika konkret bedeutet wurde uns erst in den nächsten zwei Tagen bewusst.

Wir klingelten am Zaun und fuhren auf das Gelände des Homes. (Ja wir ‚fuhren‘, denn auch wenn das Home vom Hostel lediglich 10 Min. zu Fuss entfernt ist, ist von Haustür-zu-Haustür zu laufen hier unüblich und so fährt man hier von Zaun-zu-Zaun.) Und vom besagten Zaun aus konnten wir schon den Spielplatz vor dem Haus sehen. Hier waren wir offensichtlich richtig.

Als wir dann an die Holztür des Häuschen klopften und den kleinen Flur betraten, auf dem schon ein paar Spielkisten standen, aber kein Kind zu sehen war, erklärte uns eine der ‚Care Worker‘ (so werden die Betreuer hier genannt), dass im Augenblick Mittagsschlafenszeit und Adele (die Leiterin des Heims) gerade noch zum benachbarten integrativem Kindergarten gefahren sei und wir gerne hier warten oder einfach in 20 Minuten wieder kommen könnten. Wir fuhren also noch schnell einkaufen und kamen dann just in dem Moment wieder, als auch Adele mit dem Kaenguruh-Car auf das Gelände fuhr.

Wir gingen zusammen durch die Holztür und eh wir uns versahen standen wir in mitten der Kinder, die alle wach und ziemlich munter waren. Adele führte uns dann durch die Räumlichkeiten des Homes wir sahen den Essensraum, der aus zwei langen Tischen mit Stühlen in zwei Größen besteht – einmal für die größeren (oder an den Rollstuhl gebundenen) Kinder und einmal für die Kleineren.

Die kleine Gemeinschafts- und Spieleecke, hatten wir bereits beim rein gehen entdeckt, da fast alle Kinder dort bereits eifrig am Spielen, singen oder tanzen waren, oder in ihrem Rollstuhl bei den anderen Kindern standen.
Danach gingen wir durch den offenen Küchenbereich und den Bereich der kleineren bzw. nur liegenden Kinder und da musste ich dann doch das erste Mal schlucken. Denn auch wenn die Sitzkissen und die Farben fröhlich sind und ich das Lachen der Kinder hinter mir hörte, war es für mich schon ernüchternd zu sehen, dass es Kinder gibt die komplett zusammen gerollt auf einem Sitzkissen liegen müssen, weil sie weder Arme noch Beine bewegen können und auch geistig nicht wirklich anwesend sind. Da eine Frühförderung oder überhaupt eine behinderten gerechte Entwicklung eines Kindes fast nicht existiert verkümmern die übrigen Muskeln und so können einige Kinder im Prinzip nur noch in einer Art Wachkoma liegen, ohne das dagegen etwas getan werden kann, außer ihnen wenigstens ein Menschenwürdiges Dach über dem Kopf zu geben.

Ein paar Schritte weiter begann der kleine Flur mit den bunten Zimmern der Kinder. Jedes Zimmer hat seine eigene Farbe und dies bis hin zum Vorhang. Meist schlafen drei Kinder zusammen in einem Zimmer – jeder in seinem eigenen Bettchen und das ist in Afrika ein absolutes Privileg! Adele erzählte uns, dass die meisten Einrichtungen in Afrika für behinderte Kinder meist aus zwei Räumen besteht, einem großen sterilem Schlafsaal und einem weiterem in dem die Kinder lediglich ‚geparkt‘ werden, wenn sie nicht gerade schlafen. Und dass sie auch hier schon Eltern erlebte, die sie fragten, warum sie denn nicht mehrere Kinder in ein Bett legen würden, das würde doch Platz sparen und die Kinder könnten sich ja sowieso nicht mehr richtig bewegen… Oh man! Da blieb uns fast die Spucke weg!

Aber wie wir an Hand weiterer Erzählungen merken mussten, ist das in Afrika, in einem Land in dem die Eltern froh sind, wenn sie sich selbst gerade so über die Runden bringen, nun mal die normale Denkweise: Ein behindertes Kind ist hier lediglich eine Last, in einem meist sowieso schon belastetem Leben.

Adele erklärte uns weiter, dass das Home auch über kleine Betten verfügt, was in Afrika auch Neuland für ein Home sei, denn Babys werden eigentlich in Afrika nirgends freiwillig in Obhut genommen, da sie natürlich viel mehr Pflege benötigen. Und so ist es nicht selten so, dass Mütter ihre Neugeborenen entbinden und es einfach im Krankenhaus zurück lassen, wenn es eine Behinderung aufweist.

Während sie uns rum führte klingelte mehrfach das Telefon und Adele musste hin flitzen und so unterhielten wir uns auch mit Ellie, eine der deutschen Voluntärinen, die für 3 Monate im Kaenguruh Home arbeitet. Genauso wie Fabian und ich hatte sie vorher noch nie mit Kindern mit Behinderungen oder überhaupt mit Kindern zu tun und machte uns Mut, dass die Kinder sich über jeden Besucher freuen und wir uns einfach dazu setzen sollen.

Adele kam wieder und erklärte uns, dass vor Weihnachten das Telefon ständig klingelt, da andere Einrichtungen über die Feiertage schließen oder voll sind und über die Feiertage hoffen, dass ein Kind im Kaenguruh Home betreut werden könnte, da dieses 365 Tage, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag offen ist. Einige der Kinder gehen über Weihnachten tatsächlich nach Hause und so kann für diese Zeit mal ein Platz frei werden. Doch die Warteliste für einen festen Platz im Kaenguruh Home ist lang und so ist schon seit Bau des Hauses klar, dass ein größeres Projekt bereits in Planung ist – die ‚Sonne‘. Adele zeigt uns die Skizze, die wir bereits durch Kristina kannten:

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Löwenmut

WK

Wir sind im Kurier gewesen – Danke für’s abdrucken lieber Kurier!
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Lion war übrigens schon ganz fleißig mit uns unterwegs:
Lion auf der Miutad del MundoLion auf dem Cruz Loma
Lion in Quitos Altstadt