Myanmar nach Thailand | Eine Grenz(e)-Erfahrung

Unser nächstes Ziel hieß ‚Chiang Mai‘. Also zurück ins kostengünstige Thailand mit seinen verdaubaren Köstlichkeiten 🙂

Allerdings darf man zwar neuerdings über (ein paar) Landesgrenzen aus Myanmar ein und ausreisen und muss auch nicht mehr ein und die selbe Grenze zur Ein- und Ausreise nutzen. Das große Aber ist, dass es nach wie vor ein paar Hürden gibt, die das ganze recht kostspielig machen:

Somit konnten wir vom Innle See nicht mit dem Bus zur Grenze reisen, denn dass ist Touristen verboten. Im nördlichen Teil des Shan Staates gibt es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen dem Militär und den Rebellengruppen aus ethnischen Minderheiten, die für mehr Autonomie oder Unabhängigkeit kämpfen. – Also eigentlich ganz nett uns davor zu bewahren.

Leider hieß das für unser Budget, dass wir mit dem Flugzeug bis zur Grenze fliegen mussten um dann mit Taxi und Bus nach Chiang Mai zu gelangen, da es auch hier keine kontinuierliche Direktverbindung per Flugzeug gibt.

Unser Grenzübergang
Und so buchten wir uns also für Sonntag Flüge ab He Ho (nächster Flughafen, 40 min vom Innle Lake entfernt) nach Tachileik (nächste Stadt an der Grenze zu Thailand).
Erst am Flughafen erfuhren wir, dass die Propellermaschine (Ahhhhhhh eine birmanische Propellermaschine!!!) zunächst nach Mandalay (Landesinnere, da waren wir bereits) fliegt und dann nach Tachileik.
Dies war dann der kürzeste Flug, den Fabian und ich je machten – 25 Minuten knapp über der Erde bis nach Mandalay. Wunderbare Aussicht und so eine Propellermaschine ist gar nicht so wackelig, wie befürchtet!!!
Und dann dauerte es kaum 15 Minuten und wir waren wieder in der Luft – 1 Stunde bis Tachileik.

Gepäckwage :)

Gepäckwage 🙂

2014.02.02_HeHo (3)

In Tachileik fuhren wir per TukTuk zur Grenze um dort dann erstmal aus Myanmar aus zu reisen.
Da vor uns eine 6 köpfige deutsche Reisegruppe war und die Kamera des Grenzbeamten nur stoßweise funktionierte hatten wir etwas Angst es nicht pünktlich zu schaffen (es war 17 Uhr und die Grenze schließt um 18 Uhr thailändische Zeit).Doch erste Hürde gemeistert.

2014.02.02_Tachilek (1)

Nach ein paar Schritten über eine Brücke kam dann die nächste Hürde – die Thailändische Einwanderungsbehörde. Denn so ganz sicher waren wir uns nicht, ob wir ein zweites Mal einreisen durften. Wir hatten es zwar gelesen und würden dieses Mal nur 15 Tage bleiben dürfen, aber man weiß ja nie…
Tzja… Und was passierte? – Genau! Gar nix! Wir erhielten ohne weiteres einen Stempel für volle 30 Tage! Womit wir nun also eigentlich insgesamt – ohne Extravisum – 60 Tage in Thailand hätten verbringen können…
Komisch, aber egal.

Weiter ging es von der Grenze zum Busbahnhof in Mae Sae wo wir hofften noch einen Bus nach Chiang Mai (ca. 7-9 Stunden entfernt) zu erwischen. Leider ausverkauft… Alternative Busunternehmen gab es nicht.

Nun gut, in Mae Sae kann man nichts machen und wir hatten gelesen, dass man dann wenigstens einen Bus nach Chiang Rai (1,5 Std.) nehmen sollte. Was wir dann auch taten. Dort gab es natürlich auch keinen Platz mehr nach Chiang Mai und so kauften wir uns ein Ticket nach Chiang Mai für den nächsten Tag um 9 Uhr, suchten uns ein Zimmer (fanden mit viel Glück ein sehr günstiges) und aßen gut und günstig (1,95€ für beide) Reis mit Hühnchen und Gemüse, ohne Fett und ohne Saucen 🙂 Welcome back in Thailand!

Nun (Montag, 03.02.) sitzen wir entspannt im Bus Richtung Chiang Mai und freuen uns auf ein paar Tage in Thailand, die wir neben Sightseeing mit einem Kurs in einer Kochschule und einer Thai-Massage füllen wollen, bevor es nach Laos geht.

Es bleibt…Genau!…Spaaaaneeeend! 🙂

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Für alle Fremden, die (wie wir) auf der Suche nach den Möglichkeiten des Grenzübergangs vom Innle Lake nach Chiang Mai vergeblich das Internet abgesucht haben, hier zusammengefasst:

Erfahrung vom Sonntag, 02.02.2014, Preise für 2 Personen:

Start: Myanmar, Innle Lake | Ziel: Thailand, Chiang Mai

10:30 Uhr Innle Lake nach He Ho
per ‚Shared Taxi‘ für 13 $
(Ca. 50 Min Fahrt)

12:40 Uhr He Ho
Flug nach Tachileik (via Mandalay)
mit Yangon Airline (gebucht 2 Tage im Voraus) 195$
P.S.: Flug hatte 45 Min Verspätung

15:30 Uhr Tachileik
Formalitäten (Reisepassdaten werden in ein Buch notiert) und dann
warten auf Gepäck (wird vor den Flugplatz geschoben)
Danach Tuk Tuk Taxi zum Grenzübergang
Ca. 20 Min Fahrt, laufen war viel zu weit! Kostete: 8$

16:10 Uhr Tachileik Grenze
auf der rechten Seite Pässe stempeln lassen, Formular ausfüllen und einmal in die Kamera grinsen

Uhr um 30 Minuten nach vorne stellen (Thailändische Zeit), und über die Brücke auf der linken Seite zur Einreise nach Thailand gehen.
Einreisekarte geben lassen, ausfüllen und danach Pässe stempeln lassen.
Willkommen in Thailand 🙂

17:10 Uhr Mae Sae
Auf der linken Seite nach dem Einreisehäuschen kommt direkt eine ATM, ein 7/11 und es steht ein roter umgebauter Truck, auf dem ‚Mae Sae‘ steht – Dieser fährt direkt zum Busterminal für kostengünstige 30 Baht.

17:30 Uhr Mae Sae Neues Busterminal II
Am Busterminal dann zum Schalter des ‚Green Bus‘ gehen und hoffen dass man noch einen Bus bekommt.
Sonntags um diese Uhrzeit für uns leider nicht möglich.

Alternative: Lokalen Bus nehmen, der jedoch vom alten Busterminal abfährt, fast doppelt so lange braucht und propenvoll ist
Oder erstmal nach Chiang Rai fahren und am nächsten Tag (auch mit Green Bus) weiter reisen

Viel Erfolg!

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Myanmar – Innle Lake

06:30 Uhr: Der Wecker klingelt mal wieder viel zu früh, aber heute sollte es sich lohnen! Es steht schließlich ein Ausflug auf dem Inle-See an!

So werden wir wenig später von unserem Bootsmann abgeholt und zum Steg begleitet. Verdutzt stellen wir fest, dass wir die beiden einzigen Fahrgäste des Tages sein werden. Yes!

Wir starten mit einer 45-Minutigen Fahrt auf den See und fahren vorbei an den ersten (extra für uns posierenden) Fischern, welche elegant auf einem Bein an einer Spitze ihrer Boote balancieren. Darauf folgt ein touristischer Markt, von welchem wir in ein Kloster flüchten und hier die jungen Mönche beim Unterricht beobachten. Darauf durchqueren wir das Fischerdorf und beobachten die Einheimischen bei den täglichen Dingen wie z.B. Haare waschen. Ist schon sehr beeindruckend wie sie das Leben auf dem See bewältigen. Nach einer kurzen Stärkung (es gibt natürlich Fisch) besichtigen wir noch eine Weberei und ein weiteres Kloster. In diesem ist aber gerade Mittagspause und alle Erwachsenen esse gerade. Wir gesellen uns zu den Kindern und werden mit großen Augen beobachtet. Nach kurzer Skepsis ist eine Kamera dann aber doch einfach zu interessant 🙂

Auf dem Rückweg genießen wir weiter die Sonne, die tolle Landschaft und vor allem das schöne Nixtun. Herrlich! Wir merken doch schon, dass die letzten Tage in Myanmar kein Wellnessurlaub waren.

Morgen wollen wir nun Richtung Nord-Thailand und die Stadt Chiang Mai besuchen.

Myanmar – Bagan

„Leicht“ verschlafen erreichten wir um 03:00 Uhr morgens Nyaung U – eine kleine Stadt vor Bagan.

(Hier eine kleiner Auszug aus Wikipedia: Bagan (birmanisch, auch Arimaddana oder Arimaddanapura, „Stadt Zerbrecher der Feinde“, und Tambadipa, „Kupferland“ oder Tassadessa, „Ausgedörrtes Land“) ist eine historische Königsstadt in Myanmar mit über zweitausend erhaltenen Sakralgebäuden aus Ziegelstein. Der von Tempeln bestandene Bereich erstreckt sich über ca. 36 km² in einer versteppten Landschaft und bildet eine der größten archäologischen Stätten Südostasiens.)

Da wir keinen Plan hatten, wo genau unser Hostel lag, schnappten wir uns einfach den ersten Kutscher und ließen uns mit einer wärmenden Decke eingewickelt, weiterschlummernd zum Hostel fahren. Da es zum einchecken noch einen ‚Tick‘ zu früh war, machte er uns ein Lagerfeuer und fragte, ob wir nicht gleich (um 05:00 Uhr) den Sonnenaufgang von einer der Pagoden sehen möchten. Wir stimmten zu und so trappten wir schon bald durch die dunkle Nacht. Wir kletterten auf die ca. 20 m hohe Pagode und konnten nach und nach die wunderschöne und mystische Aussicht genießen. Bald zeigten sich die ersten Sonnenstrahlen des Tages und wir bestaunten den Ausblick auf einige der insgesamt ca. 3.000 Tempel und Pagoden – es war wirklich wunderschön!

Zurück am Hotel checkten wir um 08:30 Uhr ein. Nach einem ausführlichen Mittagsschlaf lernten liehen wir uns Fahrräder und erkundeten die Pagoden auf eigene Faust. Dabei lernten wir am Abend die reizendene Thae Thae kennen. Die 16-jährige führte uns von der Hitilominlo-Pagode auf das Dach eines nahegelegenen Gebäudes um in aller Abgeschiedenheit den Sonnenuntergang zu genießen. Nebenbei unterhielten wir uns sehr ausführlich und erfuhren mehr aus dem Alltag eines Teenagers aus Myanmar. Momentan hätte sie Ferien und arbeitete gerade in Bagan um Geld zu sammeln um auf eine möglichst gute Schule/Uni zu gehen. Diese kosten in Myanmar gutes Geld und dieses sei am ehesten mit den Touristen zu verdienen. Am Ende erhielten wir sogar noch einige knifflige Matheaufgaben als „Hausaufgaben“ – welche wir auch fleißig gelöst haben…
Auf dem Heimweg kauften wir natürlich noch eine Kleinigkeit in ihrem Shop- sie musste uns aber hoch und heilig versprechen, das Geld für ihre Ausbildung zu nutzen – sie möchte gerne Lehrer oder Touriguide werden. Hoffentlich entscheidet sie sich für das Erstere…

Am zweiten Tag radelten wir sämtliche Highlights Bagans ab und stellten fest, je kleiner die Tempel desto schöner. So gönnten wir uns zum Beispiel ein Mittagspäuschen auf dem Dach einer abgelegenen kleinen Pagode völlig ungestört von weiteren Touris in Alt-Bagan.

Insgesamt können wir sagen, dass eigentlich schon jede einzelne Pagode/Tempel einen Besuch wert ist und dass die unglaubliche Fülle an buddhistischen Heiligtümern die Region zu recht zu einer wirklich sehr besonderen machen.

Nichtsdestotrotz freuen wir uns nun schon auf die Natur, denn nach gefühlten tausend Buddha-Statuen, Tempeln und Pagoden in jeglicher Form und Größe ist etwas Abwechslung nicht so schlecht.

Also auf zum nächsten – und vermutlich letzten – Ziel in Myanmar:
Auf zum Innle-See!

Myanmar – Mandalay

Tag 1
In Mandalay morgens um 4 Uhr angekommen, saßen wir dann erst einmal zwei Stunden in Ledersesseln an der Rezeption des ‚Hotels‘ und warteten, bis irgendwann jemand auscheckte und wir somit das erst beste Zimmer nehmen konnten. In diesem schliefen wir dann erst mal bis mittags um unseren Schlaf nach zu holen.

Ärgerlicherweise hat nun auch mein Pferdemagen nach gegeben und ich sehne mich sooooo sehr nach deutschem Brot, Quark, Käse…
Nach ganz einfachen Dingen, die vorher nicht in literweise Fett gebraten wurden 🙂
Klar gibt es Schlimmeres als auf einer Weltreise durch Myanmar ein bisschen Bauchweh zu haben und ich beschwere mich keinesfalls ernsthaft, aber ich merke nun nach und nach, was ich an ‚zu Hause‘ schätze und freue mich auf so Einiges ❤

Aber zurück zu Mandalay. Mandalay soll die schönste Stadt in Myanmar sein. Außerdem sehr vielseitig, da sich hier einige Einwanderer der umliegenden Länder und Chinesen nieder gelassen haben sollen. Nach unserem Schlummerschlaf machten wir uns auf den Weg die Gegend zu erkunden und dies war dann zunächst der Zygo Markt, der fast an unserem Hotel begann.

Dies ist ein riesiger Lebensmittel und Handwerksmarkt und es war wieder einmal sehr spannend das bunte Treiben zu beobachten. Außerdem wurden wir wieder direkt angequatscht und ein Rollerfahrer wollte uns gerne die Stadt zeigen. Aber wir hatten leere Mägen und winkten dankend ab. Danach suchten wir nach irgendetwas ‚westlichem‘ zu Essen, fanden ein echtes Restaurant und aßen…. Viel zu fettige Fertig-Chickenburger. Bad Idea. Der Tag war gelaufen und ich war froh, dass wir beschlossen heute sonst nichts mehr zu machen. Davor beschlossen wir aber das Hotel zu wechseln und buchten via Facebook ein Zimmer am anderen Ende der Stadt.

Tag 2
Am nächsten Morgen liefen wir mit Sack und Pack aus dem Hotel raus und trafen… den Rollerfahrer vom vorigen Tag, der uns offensichtlich abpassen wollte. Nach einiger Verhandlung hatten wir Mitleid und ließen uns darauf ein, dass er und sein Kumpel uns zum Hotel fuhren, samt der riesen Rucksäcke. Am neuen Hotel angekommen wimmelten wir sie dann aber ab, da sie uns unbedingt auch noch durch die ganze Stadt und Umgebung fahren wollten… Aber auf klapprigen Rollern bei dem Verkehr… äh nein danke.

Das Hotel hatte wohl einen Fehler gemacht und aus versehen unser Doppelzimmer bereits vergeben und nun erhielten wir ein Doppelstockbett. Aber egal, Hauptsache etwas zum schlafen.
Wir buchten dann aber nur für eine Nacht, da wir uns entschieden am nächsten Tag eine weitere Nachtfahrt im Bus zu machen – dieses Mal nach Bagan. Außerdem buchten wir ein Taxi, das uns heute den ganzen Tag durch Mandalay fuhr.
Und so sahen wir sämtliche Pagoden, Tempel, Klöster, Goldblättchenhersteller und fuhren noch auf den Mandalay Hill.

Eine der außergewöhnlichsten war die Kuthodaw-Pagode (Pagode der Königlichen Verdienste), welche das ‚größten Buch der Welt‘ beherbergt. Sie besteht aus 729 pavillonartigen Tempeln, in denen je eine weiße Marmorplatte liegt. Auf den Marmorplatten ist der Pali-Kanon niedergelegt, das Leben und die Lehren Buddhas. Die ursprünglich vergoldeten Lettern sind heute nur noch schwarz eingefärbt. (Quelle: wikipedia.de)

In einer anderen Pagoden wurden wir dann von einem Mönch abgezogen! Denn zunächst begrüßte er uns freundlich auf Englisch, quatschte mit uns und führte uns durch die ganze Anlage und erklärte uns alle Heiligtümer. Doch in der hintersten Ecke sagte er dann, dass er doch bitte eine ‚Donation‘ (Spende) von 30.000 Kyat haben will um sich Bücher zu kaufen… Wir waren völlig perplex und zogen uns nur insofern aus der Affäre, in dem wir nur 20.000 (15€) gaben. Er war doch ein Mönch!!!
Blödes Erlebnis, aber in so einer Situation hatten wir auch nicht den Reflex zu sagen ‚Nein, du spinnst!‘ sondern suchten instinktiv das Gute und dachten ‚Naja, er hat uns ja auch etwas gezeigt und das muss honoriert werden…‘. Im Nachhinein ist uns aber klar, dass es eine ganz dreiste Masche war. Denn er hatte ganz dunkel verfärbte Zähne und spuckte auch das rote Zeug aus. Dementsprechend hat er sich von dem Geld mit Sicherheit neuen ‚Stoff‘ gekauft… Bad Experience.

Am Abend hörten wir dann noch ein Gespräch der Hotelbesitzerin, wie sie lachend einem älteren Pärchen mitteilte ‚Yes yes, my english is no good. But i told the couple from Germany that I made a mistake with their room, and so they have the bad room, and you can have the better.‘ Hihi… Nur blöd, dass ‚the couple from Germany‘ das nicht ganz lustig fand. Schöner wäre es gewesen, sie hätte uns nicht angeschwindelt… Aber Haken dran, denn die Hotelbesitzerin ist ansonsten echt nett und scheint es nur gut zu meinen.

Unabhängig von den zwei blöden menschlichen Erfahrungen, müssen wir sagen, dass Mandalay auf jeden Fall etwas sauberer ist als Yangon, aber wirklich ‚schön’ ist Definitionssache. In unserer Definition leider bisher nicht so wirklich…
Mal sehen was der nächste Tag bringt…

Tag 3
Am Montag machten wir die zweite Touri-Taxi-Tour dieses Mal jedoch rund um Mandalay herum und zusammen mit Eva, einem Mädel aus den Niederlanden.

Zunächst besichtigten wir erneut die Goldplättchenherstellung, danach die Buddha-Steinmetze und die Holzschnitzerei. Alles drei sehr mühsame Handwerke, die schon eher eine Kunst sind. Und alles wird mit der Hand und purer Muskelkraft gefertigt!

Danach fuhren wir zum Kloster in dem die Mönche um 10:15 Uhr zu Mittag essen. Allerdings waren wir zu spät. Das fanden Fabian und ich aber gar nicht so schlimm, denn schon von weitem sahen wir 5 Reisebusse und es wäre uns äußerst unangenehm gewesen, wenn wir uns in diese Tourimassen hätten einreihen müssen um zu zu sehen wie andere Menschen essen. 🙂

Und so ging es danach zu ein paar Pagoden und Buddha Statuen bis wir dann die Anlegestelle zur Innwa Insel erreichten, auf der wir eine Pferdekutsche nahmen und dort sehr alte Pagoden und Buddhastatuen besichtigten. Danach fuhren wir zur größten Teakholzbrücke der Welt und sahen den Sonnenuntergang und hatten Spaß daran die anderen Touris, die Mönche und die Einheimischen zu beobachten.

Alles in allem ein schöner Ausflug, viele Touristen auf unserem Weg, aber durch die Taxivariante konnten wir den großen Massen meist ausweichen. Allerdings beschlossen wir, dass wir -außer in Bagan- erstmal keine weiteren goldenen Pagoden besichtigen müssen…
Und auch die Buddhastatuen haben wir mittlerweile in jeder Größe und Variante gesehen.

Also steigen wir heute in den Nachtbus nach Bagan und nach Bagan wollen wir dann gerne wieder etwas mehr Natur sehen 🙂

Mal sehen was sich da so einrichten lässt…

P.S.: Leider lässt die Internetstärke nach wie vor zu wünschen übrig, deshalb dauert es mit den Bildern noch…

Myanmar – Kyaiktiyo | Der Goldene Felsen

Wir erreichten am Freitag Abend das Kin Mon Camp in der Nähe von Kyaiktiyo und wurden wieder direkt am staubigen Busbahnhof abgefangen und von Koko (ja der somit auch am Montag geboren wurde) zum Hostel geführt. Mit uns lief eine Französin.

Am Hostel angekommen war uns klar, dass dies wieder eine der unkomfortableren Schlafstätte ist…

Wir hatten die Wahl zwischen Zweibettzimmer mit Ventilator, warmen Wasser und Frühstück für 16 Dollar, ohne alles für 14 Dollar oder ein Doppelzimmer mit mehr Platz für 27 Dollar. Natürlich nahmen wir die goldene Mitte für 16 Dollar. Die Französin fand das Angebot wohl eher doof und verschwand…

Wir gingen direkt schlafen, da wir am nächsten Morgen bereits um 06:30 Uhr raus mussten um zum Berg mit dem goldenen Stein zu gelangen und pünktlich zur Busabfahrt um 14:00 Uhr zurück zu sein.

Das ‚Frühstück‘ bestand aus einem Spiegelei, Zwieback und Tee (oder Instandkaffee) sowie einem Löffel Marmelade und Margarine. Aber das reichte uns und dann fragten wir wo wir lang müssten. Koko sprang auf und zeigte uns den Weg, allerdings DEN WEG. Denn er sagte wir sollten hoch laufen.

Ups. Also nichts mit Truck fahren und danach laufen….

„Aber keine Sorge, man kann sich nicht verlaufen und ist schon in 4 Stunden oben. Dort kann man dann den Truck runter zu’s nehmen“.

Tzja und wir wollten ja nicht unhöflich sein und so waren wir unfreiwillig schon wieder am Wandern.

Die Wanderung war am Anfang noch recht idyllisch, da wir an den Marktständen und kleinen Dorfhäusern vorbeiliefen, die noch im morgendlichen Nebel verhüllt waren. Hinzu kam, dass wir zunächst weit und breit die einzigen Ausländer waren und wir auf dem Weg bis zum Gipfel auch nur 3 weitere trafen.

Bis zur Hälfte des Weges war es noch ganz lustig zu lächeln, zu winken und überall Hallo zu sagen und immer wenn wir eine Gruppe passierten stellten alle die Gespräche ein, bis wir an ihnen vorbei liefen und dann hörten wir das Gekicher im Rücken. 🙂

Aber nach und nach pratzte die Sonne auf uns herab und um nach oben zu kommen mussten wir immer mehr Treppen steigen, die uns leider viel zu sehr an unseren Machu Picchu Weg erinnerten.

Dann hatten wir noch ein wirklich furchtbares Erlebnis, dass uns das erste Mal im Leben wirklich gelähmt hat vor entsetzen:

Vor uns liefen eigentlich ununterbrochen Einheimische Pilger die zur Buddhaverehrung zu dem Stein wanderten. Zwischen durch waren auch immer mal wieder Halbstarke dabei, die an uns brüllend vorbei liefen. Und dann liefen vor uns zwei Frauen mit Körben auf dem Kopf und davor ein einzelner junger Typ.

Kleine Kinder oder verschiedenste Tiere (Hühner, Katzen, Hunde…) sowie die Einheimischen die vom Gipfel wieder nach unten liefen kreuzten unseren Weg.

Einmal kamen ein paar spielende Hundewelpen den Weg runter gepurzelt und ich kann es kaum in Worte fassen, aber dieser Typ zuckte nicht mit der Wimper und kickte einen der Welpen einfach vom Weg, so dass dieser laut jaulend im hohen Bogen einige Meter den abschüssigen Weg runter fiel.

Wir waren so fix und fertig, dass wir erst mal pausierten und dem kleinen Welpen ausfindig machten. Offensichtlich tat ihm das Hinterbein weh, aber er lebte und humpelte davon.

Leider ist so etwas offensichtlich normal, denn außer uns war niemand schockiert und wir wussten, dass hier auch keinerlei Gespräch helfen würde… Wir waren einfach nur fassungslos und mussten den kleinen Hund leider seinem Schicksal überlassen, denn Tierärzte kann man hier nicht finden.

In diesem Zusammenhang wurde uns auch bewusst, wie merkwürdig manche Menschen mit Religion und Glaube umgehen. – Da pilgert dieser Vollidiot zu dem Goldenen Felsen um seinen Buddha zu ehren und währenddessen tritt er einen wehrlosen Hund!!! Wir hoffen sehr, dass dieser Typ in seinem nächsten Leben als eben solcher Straßenhund wieder geboren wird.

Nach etwas mehr als 4 Stunden kamen wir dann schweißgebadet am Goldenen Felsen an und entrichteten erst einmal die Touristengebühr, die die Regierung an jeder Sehenswürdigkeit für Ausländer eingeführt hat. Außer uns waren tatsächlich nur eine Handvoll ‚Langnasen‘ zu sehen. Und jede Menge Einheimischer Pilger. Diese Stätte gilt als eine der wichtigsten in Myanmar!

Wie überall an Heiligtümern üblich zogen wir uns lange Klamotten an (bei über 30 Grad) und die Schuhe und Socken aus (auch wenn das nach 4 Stunden nicht unbedingt die angenehmste Übung war).

Der Stein an sich ist für uns nicht so spektakulär – nüchtern betrachtet ist es eben ein großer Fels, der am Abgrund hängt und Gold angemalt wurde. Tatsächlich liegt er in einem Erdbebengebiet und hat solchen merkwürdigerweise immer getrotzt. Aber die Verehrung der Buddhisten ist darauf begründet, dass der Legende nach der Fels nur von zwei Haaren Buddhas im Gleichgewicht gehalten wird. Ein alter Eremit soll von Buddha selbst eine Haarreliquie geschenkt bekommen haben, die er immer in seinem Haarknoten aufbewahrte. Kurz vor seinem Tod wollte er für die Reliquie eine Pagode auf einem Felsblock bauen lassen, der exakt seinem Schädel gleiche. Mit Hilfe des Königs suchte er den Meeresgrund nach einem solchen Felsen ab. Als er ihn schließlich fand, brachte er ihn auf den Berg, wo er noch heute am Abgrund steht. (Quelle: wikipedia.de)

Wir jedenfalls beobachteten das Spektakel (zum Beispiel kauften sich die Einheimischen Goldplättchen und beklebten den Stein an dessen zugänglicher Stelle) und suchten dann die Trucks nach unten auf….

Und das war dann doch schon ganz schön nervig. Wie die Hottentotten stürmten alle zu den leeren, ankommenden Trucks und es wurden Ellbogen und Knie ausgestreckt und über sämtliche Seiten des Trucks eingestiegen, ohne irgendeine Reihenfolge einzuhalten oder gar Rücksicht auf Frauen, Kinder, Alte oder Mönche zu nehmen. Wir mussten dann erst einmal die ersten beiden Trucks abfahren sehen, bis wir uns der selben Marnier hin gaben und somit zwei enge Plätze ergatterten.

Die Fahrt nach unten dauerte 1 Stunde, die Serpentinenstraße war holprig und es fühlte sich etwas an wie eine Achterbahnfahrt. Einigen Einheimischen schlug das auf den Magen und so wurde die ein oder andere Plastiktüte gefüllt….

Wir gingen dann schnell duschen und bestiegen dann den Bus zurück nach Bago. Dort kamen wir nach 3 Stunden an und wurden wieder abgefangen. Wir kannten uns ja bereits und so war es eine nette Begrüßung und unser Gepäck wurde ins Restaurant gebracht. Dort aßen wir und erhielten die Tickets um nach Mandalay zu kommen – schlauerweise hatte er uns auf einen früheren Bus gebucht, so dass wir dann nur 2 Stunden warten mussten. Daraus wurden dann fast 3, aber dann saßen wir im Nachtbus nach Mandalay…

Das war erneut sehr anstrengend und leider mit keinem der Busse in Südamerika zu vergleichen. Wir konnten 10 Stunden nur sitzen, die Klima lief auf höchster Stufe, in einer Tour wurde das Licht an und aus, der laute Fernseher oder die Hupe angeschmissen, es stiegen Menschen dazu, wieder aus und es wurde laut gequatscht und in Tüten gerotzt. (Eine absolute Unart hier in Asien – überall wird aus tiefstem Hals der Schleim hoch geholt und einfach irgendwo hin gespuckt. Da in Myanmar auch noch hinzu kommt, dass so ziemlich jeder Mann ‚Betelnuss‘ kaut, die den Speichelfluss fördert und dieser knallrot wird, spucken selbst im Bus dann alle diesen roten Schleim in Plastiktüten und werfen diese dann meist achtlos aus dem fahrenden Bus….)

Jedenfalls tröstete es uns zumindest, dass uns die Fahrt nur etwas weniger als 12 € p.P. kostete und das wir ein gutes Hörbuch dabei hatten (Die Analphabetin, die rechnen konnte von Jonas Jonasson).

Wir kamen dann ziemlich zerknautscht nachts um 4 Uhr am riesigen staubigen und unübersichtlichen Busbahnhofsplatz in Mandalay an und wurden von einer großen Masse von schreienden Händlern belagert.

Zum Glück war auch einer dabei, der unser Hotel anpries und dieser brachte uns zum Taxistand, an dem wir zwar sicherlich zu viel zahlten, aber das war uns egal, denn wir kamen gesund und müde am Hotel an…wo jedoch noch kein Zimmer frei war…

Es bleibt spannend 🙂