Myanmar – Bagan

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Myanmar – Bagan, ein Album auf Flickr.

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Myanmar – Bagan

„Leicht“ verschlafen erreichten wir um 03:00 Uhr morgens Nyaung U – eine kleine Stadt vor Bagan.

(Hier eine kleiner Auszug aus Wikipedia: Bagan (birmanisch, auch Arimaddana oder Arimaddanapura, „Stadt Zerbrecher der Feinde“, und Tambadipa, „Kupferland“ oder Tassadessa, „Ausgedörrtes Land“) ist eine historische Königsstadt in Myanmar mit über zweitausend erhaltenen Sakralgebäuden aus Ziegelstein. Der von Tempeln bestandene Bereich erstreckt sich über ca. 36 km² in einer versteppten Landschaft und bildet eine der größten archäologischen Stätten Südostasiens.)

Da wir keinen Plan hatten, wo genau unser Hostel lag, schnappten wir uns einfach den ersten Kutscher und ließen uns mit einer wärmenden Decke eingewickelt, weiterschlummernd zum Hostel fahren. Da es zum einchecken noch einen ‚Tick‘ zu früh war, machte er uns ein Lagerfeuer und fragte, ob wir nicht gleich (um 05:00 Uhr) den Sonnenaufgang von einer der Pagoden sehen möchten. Wir stimmten zu und so trappten wir schon bald durch die dunkle Nacht. Wir kletterten auf die ca. 20 m hohe Pagode und konnten nach und nach die wunderschöne und mystische Aussicht genießen. Bald zeigten sich die ersten Sonnenstrahlen des Tages und wir bestaunten den Ausblick auf einige der insgesamt ca. 3.000 Tempel und Pagoden – es war wirklich wunderschön!

Zurück am Hotel checkten wir um 08:30 Uhr ein. Nach einem ausführlichen Mittagsschlaf lernten liehen wir uns Fahrräder und erkundeten die Pagoden auf eigene Faust. Dabei lernten wir am Abend die reizendene Thae Thae kennen. Die 16-jährige führte uns von der Hitilominlo-Pagode auf das Dach eines nahegelegenen Gebäudes um in aller Abgeschiedenheit den Sonnenuntergang zu genießen. Nebenbei unterhielten wir uns sehr ausführlich und erfuhren mehr aus dem Alltag eines Teenagers aus Myanmar. Momentan hätte sie Ferien und arbeitete gerade in Bagan um Geld zu sammeln um auf eine möglichst gute Schule/Uni zu gehen. Diese kosten in Myanmar gutes Geld und dieses sei am ehesten mit den Touristen zu verdienen. Am Ende erhielten wir sogar noch einige knifflige Matheaufgaben als „Hausaufgaben“ – welche wir auch fleißig gelöst haben…
Auf dem Heimweg kauften wir natürlich noch eine Kleinigkeit in ihrem Shop- sie musste uns aber hoch und heilig versprechen, das Geld für ihre Ausbildung zu nutzen – sie möchte gerne Lehrer oder Touriguide werden. Hoffentlich entscheidet sie sich für das Erstere…

Am zweiten Tag radelten wir sämtliche Highlights Bagans ab und stellten fest, je kleiner die Tempel desto schöner. So gönnten wir uns zum Beispiel ein Mittagspäuschen auf dem Dach einer abgelegenen kleinen Pagode völlig ungestört von weiteren Touris in Alt-Bagan.

Insgesamt können wir sagen, dass eigentlich schon jede einzelne Pagode/Tempel einen Besuch wert ist und dass die unglaubliche Fülle an buddhistischen Heiligtümern die Region zu recht zu einer wirklich sehr besonderen machen.

Nichtsdestotrotz freuen wir uns nun schon auf die Natur, denn nach gefühlten tausend Buddha-Statuen, Tempeln und Pagoden in jeglicher Form und Größe ist etwas Abwechslung nicht so schlecht.

Also auf zum nächsten – und vermutlich letzten – Ziel in Myanmar:
Auf zum Innle-See!

Myanmar – Kyaiktiyo | Der Goldene Felsen

Wir erreichten am Freitag Abend das Kin Mon Camp in der Nähe von Kyaiktiyo und wurden wieder direkt am staubigen Busbahnhof abgefangen und von Koko (ja der somit auch am Montag geboren wurde) zum Hostel geführt. Mit uns lief eine Französin.

Am Hostel angekommen war uns klar, dass dies wieder eine der unkomfortableren Schlafstätte ist…

Wir hatten die Wahl zwischen Zweibettzimmer mit Ventilator, warmen Wasser und Frühstück für 16 Dollar, ohne alles für 14 Dollar oder ein Doppelzimmer mit mehr Platz für 27 Dollar. Natürlich nahmen wir die goldene Mitte für 16 Dollar. Die Französin fand das Angebot wohl eher doof und verschwand…

Wir gingen direkt schlafen, da wir am nächsten Morgen bereits um 06:30 Uhr raus mussten um zum Berg mit dem goldenen Stein zu gelangen und pünktlich zur Busabfahrt um 14:00 Uhr zurück zu sein.

Das ‚Frühstück‘ bestand aus einem Spiegelei, Zwieback und Tee (oder Instandkaffee) sowie einem Löffel Marmelade und Margarine. Aber das reichte uns und dann fragten wir wo wir lang müssten. Koko sprang auf und zeigte uns den Weg, allerdings DEN WEG. Denn er sagte wir sollten hoch laufen.

Ups. Also nichts mit Truck fahren und danach laufen….

„Aber keine Sorge, man kann sich nicht verlaufen und ist schon in 4 Stunden oben. Dort kann man dann den Truck runter zu’s nehmen“.

Tzja und wir wollten ja nicht unhöflich sein und so waren wir unfreiwillig schon wieder am Wandern.

Die Wanderung war am Anfang noch recht idyllisch, da wir an den Marktständen und kleinen Dorfhäusern vorbeiliefen, die noch im morgendlichen Nebel verhüllt waren. Hinzu kam, dass wir zunächst weit und breit die einzigen Ausländer waren und wir auf dem Weg bis zum Gipfel auch nur 3 weitere trafen.

Bis zur Hälfte des Weges war es noch ganz lustig zu lächeln, zu winken und überall Hallo zu sagen und immer wenn wir eine Gruppe passierten stellten alle die Gespräche ein, bis wir an ihnen vorbei liefen und dann hörten wir das Gekicher im Rücken. 🙂

Aber nach und nach pratzte die Sonne auf uns herab und um nach oben zu kommen mussten wir immer mehr Treppen steigen, die uns leider viel zu sehr an unseren Machu Picchu Weg erinnerten.

Dann hatten wir noch ein wirklich furchtbares Erlebnis, dass uns das erste Mal im Leben wirklich gelähmt hat vor entsetzen:

Vor uns liefen eigentlich ununterbrochen Einheimische Pilger die zur Buddhaverehrung zu dem Stein wanderten. Zwischen durch waren auch immer mal wieder Halbstarke dabei, die an uns brüllend vorbei liefen. Und dann liefen vor uns zwei Frauen mit Körben auf dem Kopf und davor ein einzelner junger Typ.

Kleine Kinder oder verschiedenste Tiere (Hühner, Katzen, Hunde…) sowie die Einheimischen die vom Gipfel wieder nach unten liefen kreuzten unseren Weg.

Einmal kamen ein paar spielende Hundewelpen den Weg runter gepurzelt und ich kann es kaum in Worte fassen, aber dieser Typ zuckte nicht mit der Wimper und kickte einen der Welpen einfach vom Weg, so dass dieser laut jaulend im hohen Bogen einige Meter den abschüssigen Weg runter fiel.

Wir waren so fix und fertig, dass wir erst mal pausierten und dem kleinen Welpen ausfindig machten. Offensichtlich tat ihm das Hinterbein weh, aber er lebte und humpelte davon.

Leider ist so etwas offensichtlich normal, denn außer uns war niemand schockiert und wir wussten, dass hier auch keinerlei Gespräch helfen würde… Wir waren einfach nur fassungslos und mussten den kleinen Hund leider seinem Schicksal überlassen, denn Tierärzte kann man hier nicht finden.

In diesem Zusammenhang wurde uns auch bewusst, wie merkwürdig manche Menschen mit Religion und Glaube umgehen. – Da pilgert dieser Vollidiot zu dem Goldenen Felsen um seinen Buddha zu ehren und währenddessen tritt er einen wehrlosen Hund!!! Wir hoffen sehr, dass dieser Typ in seinem nächsten Leben als eben solcher Straßenhund wieder geboren wird.

Nach etwas mehr als 4 Stunden kamen wir dann schweißgebadet am Goldenen Felsen an und entrichteten erst einmal die Touristengebühr, die die Regierung an jeder Sehenswürdigkeit für Ausländer eingeführt hat. Außer uns waren tatsächlich nur eine Handvoll ‚Langnasen‘ zu sehen. Und jede Menge Einheimischer Pilger. Diese Stätte gilt als eine der wichtigsten in Myanmar!

Wie überall an Heiligtümern üblich zogen wir uns lange Klamotten an (bei über 30 Grad) und die Schuhe und Socken aus (auch wenn das nach 4 Stunden nicht unbedingt die angenehmste Übung war).

Der Stein an sich ist für uns nicht so spektakulär – nüchtern betrachtet ist es eben ein großer Fels, der am Abgrund hängt und Gold angemalt wurde. Tatsächlich liegt er in einem Erdbebengebiet und hat solchen merkwürdigerweise immer getrotzt. Aber die Verehrung der Buddhisten ist darauf begründet, dass der Legende nach der Fels nur von zwei Haaren Buddhas im Gleichgewicht gehalten wird. Ein alter Eremit soll von Buddha selbst eine Haarreliquie geschenkt bekommen haben, die er immer in seinem Haarknoten aufbewahrte. Kurz vor seinem Tod wollte er für die Reliquie eine Pagode auf einem Felsblock bauen lassen, der exakt seinem Schädel gleiche. Mit Hilfe des Königs suchte er den Meeresgrund nach einem solchen Felsen ab. Als er ihn schließlich fand, brachte er ihn auf den Berg, wo er noch heute am Abgrund steht. (Quelle: wikipedia.de)

Wir jedenfalls beobachteten das Spektakel (zum Beispiel kauften sich die Einheimischen Goldplättchen und beklebten den Stein an dessen zugänglicher Stelle) und suchten dann die Trucks nach unten auf….

Und das war dann doch schon ganz schön nervig. Wie die Hottentotten stürmten alle zu den leeren, ankommenden Trucks und es wurden Ellbogen und Knie ausgestreckt und über sämtliche Seiten des Trucks eingestiegen, ohne irgendeine Reihenfolge einzuhalten oder gar Rücksicht auf Frauen, Kinder, Alte oder Mönche zu nehmen. Wir mussten dann erst einmal die ersten beiden Trucks abfahren sehen, bis wir uns der selben Marnier hin gaben und somit zwei enge Plätze ergatterten.

Die Fahrt nach unten dauerte 1 Stunde, die Serpentinenstraße war holprig und es fühlte sich etwas an wie eine Achterbahnfahrt. Einigen Einheimischen schlug das auf den Magen und so wurde die ein oder andere Plastiktüte gefüllt….

Wir gingen dann schnell duschen und bestiegen dann den Bus zurück nach Bago. Dort kamen wir nach 3 Stunden an und wurden wieder abgefangen. Wir kannten uns ja bereits und so war es eine nette Begrüßung und unser Gepäck wurde ins Restaurant gebracht. Dort aßen wir und erhielten die Tickets um nach Mandalay zu kommen – schlauerweise hatte er uns auf einen früheren Bus gebucht, so dass wir dann nur 2 Stunden warten mussten. Daraus wurden dann fast 3, aber dann saßen wir im Nachtbus nach Mandalay…

Das war erneut sehr anstrengend und leider mit keinem der Busse in Südamerika zu vergleichen. Wir konnten 10 Stunden nur sitzen, die Klima lief auf höchster Stufe, in einer Tour wurde das Licht an und aus, der laute Fernseher oder die Hupe angeschmissen, es stiegen Menschen dazu, wieder aus und es wurde laut gequatscht und in Tüten gerotzt. (Eine absolute Unart hier in Asien – überall wird aus tiefstem Hals der Schleim hoch geholt und einfach irgendwo hin gespuckt. Da in Myanmar auch noch hinzu kommt, dass so ziemlich jeder Mann ‚Betelnuss‘ kaut, die den Speichelfluss fördert und dieser knallrot wird, spucken selbst im Bus dann alle diesen roten Schleim in Plastiktüten und werfen diese dann meist achtlos aus dem fahrenden Bus….)

Jedenfalls tröstete es uns zumindest, dass uns die Fahrt nur etwas weniger als 12 € p.P. kostete und das wir ein gutes Hörbuch dabei hatten (Die Analphabetin, die rechnen konnte von Jonas Jonasson).

Wir kamen dann ziemlich zerknautscht nachts um 4 Uhr am riesigen staubigen und unübersichtlichen Busbahnhofsplatz in Mandalay an und wurden von einer großen Masse von schreienden Händlern belagert.

Zum Glück war auch einer dabei, der unser Hotel anpries und dieser brachte uns zum Taxistand, an dem wir zwar sicherlich zu viel zahlten, aber das war uns egal, denn wir kamen gesund und müde am Hotel an…wo jedoch noch kein Zimmer frei war…

Es bleibt spannend 🙂

Myanmar – erste Eindrücke in Yangon und Bago

Ankunft und erste Eindrücke in Yangon
Wow! Nach bloß einer Stunde landeten wir mit AirAsia -aus Bangkok kommend- im nächsten Land:
Myanmar, ehemals Burma.

Ein Land, welches seit 1962 unter einer Militärherrschaft litt und erst seit 2011 Anfange einer Demokratie verzeichnet. Für Touristen war der Zugang zeitweise vollkommen verboten, für Journalisten ist es noch heute schwer einreisen zu dürfen. Seit 2011 ist die Einreise zumindest für ‘normale’ Touristen gestattet.

Verwunderlicher weise begrüsste uns Yangons Flughafen mit dutzenden Schildern ‘Visa On Arrival’…
(Allerdings wäre dieses wohl teurer gewesen, als das Express Visa in der Botschaft und wir sind uns auch nicht sicher, ob man für das On Arrival Visum vllt. einen Grund vorweisen muss.)
Naja die Einreise-Formalitäten waren jedenfalls schnell erledigt und so schnappten wir uns ein Taxi Richtung Yangon Innenstadt.

Der Taxifahrer sprach Englisch und stellte sich als ‘Koko’ vor. Wie er uns erklärte wüssten wir somit auch seinen Geburtstag, denn in Myanmar bekam man wohl einen Namen passend zum Wochentag an dem man geboren wurde. In seinem Fall Montag. Wieder was gelernt! 🙂

Die Fahrt dauerte knapp eine halbe Stunde und während dessen sollten wir uns sein Buch anschauen. Dies war eine Art Poesie Album oder ‘tripadvisor’ in Papierform. Denn wie er erzählte, arbeitete er mit ein paar anderen Fahrern und Dienstleistern seit über 20 Jahren als Guide und Fahrer durch Myanmar. – Er begleitete und chauffierte also Touris zu allen noch so entlegensten Plätzen seines Landes und konnte sehr viel berichten.

Eigentlich eine super Idee dieses Land zusammen mit einem Einheimischen zu erkunden… Aber der Haken kam prompt – €80,- kostete er pro Tag… Tzja, nette Idee aber das lag leider außerhalb unseres Budgets.
Und so stiegen wir an unserem Guesthouse aus und erkundeten noch am Abend auf eigene Faust die Umgebung.

Unsere ersten Eindrücke überwältigten uns ähnlich wie in Bolivien. Hier scheint die Zeit still zu stehen und die für uns normalsten Dinge sind hier völlig fremd. Kaum Strom/Beleuchtung, einfachste Bauten und Straßenbeläge, überall dreckige schwarze Hauswände, Verkehr bei dem man nur rennend im ZickZack über die Straße kam (Bordsteine und Fusswege oder gar Zebrastreifen gibt es nicht), überall zu tief hängende Stromkabel und kaum oder keine Reklame und keinerlei westliche Läden oder Restaurants. Dafür aber jede Menge Straßenhändler. Wie in Bolivien spielte sich das Leben draußen ab und so sah man hier die meisten Menschen vor oder in ihren Läden sitzend, an den Straßenständen oder in den Pagoden/Tempeln, oder auf Rollern an uns vorbei brausen. Und ein für uns elementarster Unterschied ist, dass hier die meisten Englisch (zumindest ansatzweise) verstanden.

So dauerte es keine 5 Minuten bis uns kleine Kinder frech grinsend zu winkten und ‘Hello!’ riefen. Fabian war mit seiner Größe und seinem Bart offensichtlich die Attraktion und so wurde er von jedem Mädchen kichernd angeschaut, oder im vorbei laufend kurz angefasst und es war allen eine große Freude, wenn wir das ‘Hello!’ oder Lächeln erwiderten. Wir kamen uns ein bisschen wie Stars vor

Da wir hungrig waren, entschieden wir uns etwas Lokales zu essen. Am vollsten Straßenstand ließen wir uns anlocken, denn wo viele Einheimische sitzen, kann das Essen ja nicht so schlecht sein!
Also bestellten wir Tee und zweimal ‘was-auch-immer’ (wir konnten es aufgrund der Dunkelheit nicht erkennen und das Mädchen sprach nur ein paar Worte englisch). Strassenstände kennen wir ja jetzt schon ganz gut, aber die Besonderheit in Yangon ist, dass hier auf PlastikKINDERstühlen gegessen wird. Und so sah besonders Fabian wie ein Riese aus und alle um uns herum hatten großen Spass uns beim Essen zu sehen.

Wie wir von der netten Dame am nächsten Stuhl erklärt bekamen, war das Essen eines der traditionellen Gerichte Myanmars – Suppe mit diversen Einlagen. Diese Einlagen waren jedoch relativ undefinierbar (Nudeln, Eistich, Mais, Koriander….) und ehrlich gesagt sah es auch nicht besonders gut aus, aber es schmeckte, war viel und machte satt. Dazu gab es eine Kanne schwarzen Tee.
Die Frau lachte uns zu und fragte, ob es uns schmeckt. Wir nickten und fragten wie das Essen heiße und sie freute sich sehr über die kurze Konversation. Als wir bezahlten kam dann die große Überraschung – das ganze kostete 700 Kyatt! Das waren umgerechnet bloss ca. 52ct! Zweiundfünfzig CENT! Wir wollten dann das Rückgeld auf den Tausender Schein nicht haben, aber das Mädchen bestand darauf. Also hatten wir somit tatsächlich das günstigste Abendessen unserer Reise gegessen!

Wir wollten noch ein bisschen rum schlendern, doch kaum um die erste Hauswand spaziert hielt uns ein zahnloser Birmane an und fragte uns lächelnd und etwas schüchtern ‘Where are you from, sir?’
Wir unterhielten uns kurz mit ihm und er strahlte über sein ganzes Gesicht.
Wie schön es ist Menschen mit ein bisschen Aufmerksamkeit glücklich zu machen!

Und so bestätigte sich schon am ersten Abend, was uns vorher andere Traveller über Myanmar berichteten:
Die meisten Burmesen sind unglaublich nett und aufgeschlossen, sie freuen sich über jedes Gespräch und Lächeln eines Ausländers. Leider gehört Myanmar nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt und das ist für die Einheimischen harte Realität. Was schön ist, ist, dass die meisten englisch verstehen, aber (vor allem wenn andere Burmesen i. d. Nähe sind) sie sind meist zu schüchtern um selbst zu sprechen. Das kenne ich zu gut – sehr liebenswert!
Wir waren schon am ersten Abend ganz hin und weg. Und so wurde auch unsere eigene bisherige Erkenntnis aus Südamerika bestätigt – umso ärmer die Menschen, umso netter und dankbarer sind sie.
Das steckt an und so versuchen wir so oft wie möglich einfach zu essen, zu Lächeln und zu winken und möglichst oft ‘Chäsibah’ (Danke) zu sagen 🙂

Yangon
Am nächsten Tag besuchten wir den großen Markt und erstanden ein paar Mitbringsel und Erinnerungen.

Danach fuhren wir zur Hauptsehenswürdigkeit von Yangon – die riesige Shwedagon Pagode.
Sie war wirklich riesig und erneut vergoldet. Nachdem wir 1,5 Stunden alles auf eigene Faust erkundeten, sprach uns ein Mann an und wollte uns eine ganz besonders gute Fotostelle zeigen. Uns war klar, dass dies eine Masche war, aber wir haben ja nicht viel zu verlieren und waren auch neugierig, was er denn so zu erzählen hat.

Und tatsächlich hatte er Ahnung – er war ein in Rente gegangener Guide, 66 Jahre alt und sein Leben lang hatte er in der Pagode gearbeitet und nun schlich er immer noch jeden Tag hier rum um sich Geld für seine 11 Enkel dazu zu verdienen. Deshalb kannte er tatsächlich jede gute und verborgene Fotostelle und machte ein paar postkartenreife Bilder von uns.
Natürlich war uns klar, dass er dafür Geld wollte und dass er auch nicht umsonst so oft seine Enkel erwähnte. (Ob das mit den 11 Enkeln stimmt, werden wir natürlich nie erfahren…) Aber er war nett, die Bilder gut und die Zusatzinfos hilfreich und so taten uns die 10.000Kyat also €7,50 nicht weh. (Übrigens hätte ein Guide am Eingang genauso viel gekostet.)

Wir sparten dann allerdings auf dem Weg zurück in die Innenstadt, da wir uns ein Taxi mit einem Franzosen und dessen italienischen Frau teilten. (Wie schön wiedermal ein paar französische und italienische Worte zu hören.)

Das war es dann allerdings schon, was man in Yangon erleben kann und so strichen wir eine Nacht und fuhren am nächsten Tag nach Bago.

Bago
Um nach Bago zu kommen, wo der größte liegende Buddha zu sehen ist, sollte man mit dem Taxi einfach zur Busstation von Yangon fahren.
Okay, gesagt getan. Allerdings ging dann alles recht schnell – noch im Taxi sitzend rief einer aus einem Kleinbus unserem Fahrer ‘Bago?!’ zu und eh wir uns versahen saßen wir samt Gepäck zusammen mit 24 Einheimischen auf provisorischen Plätzen im Minibus (hoffentlich) Richtung Bago.

LonelyPlanet sprach von einer 2-4stündigen Fahrt für ca. 10.000Kyat pro Person. Doch wir zahlten hier bloß 5.000 gesamt und da war es dann auch nicht schlimm, dass die Einheimischen bloß 1.000 zahlten.
Nach einer holprigen Stunde wurden wir raus geschmissen – denn hier wurden wir offensichtlich in die Hände des Nächsten gereicht. Wir waren irgendwo im Nirgendo – umgeben von hupenden Autos, LKWs die den Staub aufwirbelten und mehrere dutzend Roller. War das Bago? – Keine Ahnung!!!

Man brachte uns in eines der Straßenrestaurants und bot uns ein Zimmer und Fahrservice an. Wir erkannten, dass wir hier tatsächlich in Bago waren, aber ohne Hilfe nicht weit kommen konnten und nach einigen Abwägungen und Preisverhandlungen nahmen wir ein Angebot an:
Wir erhielten zwei Roller inkl. (halbwegs) englisch-sprechender Fahrer und wurden innerhalb von 2,5 Stunden zu allem Sehenswertem in und um Bago herum kutschiert. Danach, da wir alle einsahen, dass man hier keine Nacht verbringen muss, fuhren wir dann aber direkt weiter in die Stadt ‘Kyaiktiyo‘.
Dort soll es einen Goldenen Stein mit den Haaren Buddhas geben. Natürlich kannte der Restaurantbesitzer dort jemanden mit Hotel und dies zu enem annehmbaren Preis (16 Dollar). Um den Fels zu sehen sollten wir früh morgens mit einem Truck in die Nähe der Sehenswürdigkeit fahren und die letzten 45 Minuten laufen.
Danach mit dem Bus wieder zurück nach Bago um dort dann in den Nachtbus nach Mandalay ein zu steigen.
Wir machten aus, dass wir den Bus nach Mandalay nur zu 50% zahlen, und er den Rest bekam, wenn wir aus Bago wohl behalten zurück sind Ganz blöd sind wir ja auch nicht 🙂

Sehenswürdigkeiten in Bago
Die Rollertour war schon jeden Cent wert! (Auch wenn wir genau wissen, dass auch die Jungs damit ein gutes Geschäft machten.)
Die Fahrt war abenteuerlich und nichts für Angsthasen, aber wir erhielten sehr viele Eindrücke, die wir ohne Einheimische mit einer ‘normalen’ Reisegruppentour niemals erhalten hätten!
Neben dem riesigen liegenden Buddha besichtigten wir diverse Pagoden, aber auch eine –nicht so ganz offiziell aussehende- Hütte in der Frauen Zigaretten rollten, einen Tempel in dem eine riesige Schlange als Inkarnation Buddhas verehrt wird und mitten im Raum liegt, sowie einen Tempel in dem mehrere Hundert Mönche meditierten und lernten.

Es war zwar eine Tour im Schnelldurchlauf, aber für uns genau richtig.
Zurück im Restaurant verspätete sich der Bus nach Kyaiktiyo dann um eine Stunde, aber wir hatten Spaß daran den vorbei fahrenden Autos, Zwei- und Dreirädern und Trucks zuzusehen. Denn wie in fast jedem Land unserer bisherigen Reise, wird auch hier wieder ALLES transportiert, was nur irgendwie drauf oder rein passt.

Wir hoffen unsere Bilder können unsere ersten aufregenden Tage im freundlichen Myanmar ein wenig wieder spiegeln.
Anmerkung: Leider müssen wir aber wahrscheinlich bis zum nächsten Land mit dem Hochladen warten, da das Internet hier sehr begrenzt ist.