Viet Nam – Hue

…und auf dieser Busfahrt (11 h) wurden wir zum Glück nicht von dem bekannten kleinen Gevieh begleitet und konnten die Nacht einigermaßen gut schlafen.

Wir erreichten am Vormittag die Stadt Hue, gelegen am Hương Giang (Parfümfluss) und besichtigten nach einem kleinen Powernap die Zitadelle mit der Verbotenen Stadt, die nach dem Vorbild in Peking entstand. Diese wurde 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Aber wir waren jetzt nicht restlos begeistert – so beschlossen wir am kommenden Tag die nähere Umgebung der Stadt zu erkunden und buchten eine Motorradtour.

Und so cruisten wir an einem sonnigen Tag durch grüne Reisfelder und besichtigten verschiedene Grabmäler (Nguyễn-König Minh Mang, Grabmal des Tự Đức und das Grabmal des Khải Định). Das schöne hierbei war, das nicht sooo viele Touris unterwegs waren und wir gemütlich durch die großen Anlagen schlendern konnten, welche allesamt eher chinesisch als vietnamesisch angehaucht waren.

Zusätzlich entstand am Ende der Tour bei uns beiden der Wunsch nach der Rückkehr nach Deutschland einen Motorradfüherschein zu machen. Es hat einfach total viel Laune gemacht bei diesem schönen Wetter durch grüne Landschaft zu düsen.

Hue war ein netter Abstecher und die Leute waren wirklich netter als im Norden, was aber bei dem guten Wetter auch kein Wunder ist.

Jetzt geht es weiter nach Hoi An. Dort nehmen wir eine kleine kulturelle Auszeit, da man hier angeblich super shoppen und gleichseitig schön am Strand liegen kann.

Viet Nam – Ninh Binh

Oh man… man könnte wirklich denken, ich möchte immer freiwillig das ‚Negative‘ unserer Reise wieder geben… So ist es nicht! Aber Viet Nam ist für uns zur Zeit wirklich eine Berg- und Talfahrt der Gefühle!

Nachdem wir den Dien Bien Phu-Schock mit den positiven Erfahrungen in Hanoi & Halong wieder ausgeglichen hatten,
erwartete uns aus Hanoi raus nun leider die widerlichste Busfahrt unserer Reise!

Wir hatten in Hanoi ein ‚Open Bus Ticket‘ gekauft, damit kann man durch ganz Viet Nam (5 Stationen) für bloss 56$ fahren. – Und das mit den bereits von Dien Bin Phu nach Hanoi benutzten liege-Nachtbussen.

Unsere nächste Station war Ninh Binh und sollte zum Glück bloss 2,5 Stunden von Hanoi entfernt sein, deswegen nahmen wir noch am selben Tag, als wir aus Halong zurück kamen, den Bus um 21 Uhr.
Mit dem Minibus wurden wir pünktlich am Hotel abgeholt und zum Bus chauffiert, dort stiegen wir dann in den bereits gut gefüllten Bus. Doch der Bus kam nicht weit…

Nach dem ich meinen Mittelplatz eingenommen habe sah ich das erste Krabbelvieh und schnipste es von meinem Sitz… Kurz danach stiegen noch zwei Mädels aus England ein und kaum hatte sich die eine auf den Sitz neben mir gelegt, schrie sie auf – am Fenster krabbelten gleich zwei Kakerlaken… Ein weiterer Aufschrei und plötzlich saß sie heulend auf meinem ‚Bett‘, denn aus Ihrem krabbelten gleich 5 Kakerlaken auf einmal… Es war so widerlich!

Und so ging es weiter, aus immer mehr Sitzen krabbelten Kakerlaken, die Kopflehnen waren sowieso schon abgeranzt und weder den Busfahrer, noch deren Begleiter interessierte das…

Nach einer fast 40 minütigen Diskussion stiegen 7 Touristen aus, da sie unter diese Umständen auf gar keinen Fall eine Nachtfahrt (über 10 Stunden!) in diesem Bus aushalten könnten (absolut verständlich). Da Fabian und ich bloss 2,5 Stunden fuhren, rissen wir uns zusammen und wurden dann mit über einer Stunde Verspätung mitten in Ninh Binh raus geschmissen. Noch eine nervige Diskussion wegen des Gepäcks und beinahe wäre der Bus dann auch noch mit offenem Gepäckraum losgefahren, hätte Fabian diese nicht noch im letzten Moment netterweise geschlossen… Inkompetenter und unfreundlicher ging es kaum noch!

Doch wir standen dann nicht an einem Busbahnhof oder einer Station, sondern mitten an irgendeiner größeren Straße… Wiedereinmal suchten wir Hilfe und – neben patzigen Antworten oder Ignoranz – wollte man uns auch noch ein anderes Hotel aufschwätzen. Nach einiger Diskussion fanden wir dann ein Taxi und fuhren 5 Minuten… denn eigentlich hätten wir laufen können, was man uns aber nicht sagte… Ah!!! Am Guesthouse wurden wir dann nett empfangen, aber es stellte sich heraus, dass die Busgesellschaft wohl als ‚mangelhaft‘ bekannt sei, aber außer dieser nur noch eine andere das Open-Bus-Ticket anbot und Ausländer befördere und die seien genauso schlecht… Na Halleluja…
Wir waren beide gerädert und mittlerweile war es 23:30 Uhr. Ich war erneut kurz davor Viet Nam zu verlassen und direkt nach Kambodscha zu reisen. Doch meistens kommt es anders, als man denkt…

Ninh Binh
Denn am nächsten Tag meinte das Wetter es zwar nicht gut mit uns, aber da wir ja nun mal in Ninh Binh übernachteten, weil wir wusste, dass die Natur hier schön sein soll, entschieden wir uns -trotz Nieselregen- eine Bootsfahrt durch die in der Region bekannten Höhlen (Trang An Grottoes) zu machen.

Und trotz aller Warnungen (Samstag sei es zu voll, da die Einheimischen mit ihren Familien Ausflüge machen, außerdem seien Touristen dort eher unerwünscht und Taxis zurück gebe es auch kaum), ließen wir uns ein Taxi rufen und fuhren zur Anlegestelle. Tatsächlich war es voll, und außer uns sahen wir bloss 2 weitere Touristen.
Wir versuchten uns ganz unauffällig zu benehmen (quatschten nicht laut, ließen jeden vor und warteten bis man uns wahr nahm), und man winkte uns dann auch in ein Boot – zusammen mit einer vietnamesischen Familie.
Was sich als echter Glücksfall erwies!!!

Die kleine Tochter saß erst ganz schüchtern zwischen uns, aber im laufe der 2,5 stündigen Fahrt durch die Höhlen, entlang der grünen Felsformationen, wurde unser Boot DIE Attraktion und alle tauten auf! Fast jedes vorbei fahrende andere Boot winkte uns zu, rief laut ‚Hello!‘ oder ‚Where are you from?‘ und alle hatten gute Laune und kicherten. Zweimal stiegen wir alle gemeinsam vom Boot um uns etwas anzusehen, und die Familie (die noch aus einem weiteren Boot mit Jugendlichen bestand) nahm uns -wie selbstverständlich- an die Hand und zeigte uns, wo es lang ging.
Sie bestanden dann sogar auf mehrere Fotos und ganz offensichtlich waren wir ihr Gesprächsthema Nummer eins. Wir konnten uns zwar leider nicht unterhalten, denn die Familie konnte außer ‚Hello!‘ und ‚Ok!‘ kein Englisch und wir grad so ‚Danke‘ auf Vietnamesisch… Aber meist genügt ja ein Lachen oder Nicken und für das übrige Gemeinschaftsgefühl sorgten die Kinder, die um uns rum kicherten oder das Baby, was einen heiden Spass an unseren Grimassen hatte.

Es war ein toller Nachmittag mit einer super netten ‚Gastfamilie‘ und die Kakerlaken und ätzenden Busbegleiter waren vergessen! So schnell hatten wir Viet Nam wieder gern!

Und am Abend ging es dann direkt weiter gen Süden, denn da sollen die Leute erst so RICHTIG nett sein! 🙂
Wir gaben dem Busunternehmen noch eine Chance und nahmen dieses Mal den Nachtbus nach Hue – 13 Stunden Fahrt!

Spaaaannend!

Viet Nam – Hanoi & Halong Bucht

…und nach unserer ersten Busfahrt in Viet Nam landeten wir tatsächlich morgens um vier im kalten und verregneten Hanoi.

Leider hatte um diese Uhrzeit noch so gar kein Geschäft auf und sämtliche Hostels waren verriegelt. Zum Glück entdeckten wir um 5 Uhr, nach einer ein stündigen Suche im Regen, ein Hostel was geöffnet hatte, dass zwar leider ausgebucht war aber uns netterweise im Eingangsbereich einen trockenen Unterschlupf gewährte. So warteten wir einfach bis die Stadt so langsam erwachte und gingen dann zum zwischenzeitlich online gebuchten Hostel.

Hier wurden wir freundlich empfangen und sogar zum Frühstück eingeladen (Wow!) und danach hieß es erst mal ausschlafen.

Ausgeruht erkundeten wir am Nachmittag die Altstadt von Hanoi und freuten uns, dass – zumindest die Guesthousebesitzer und Mitarbeiter – sooo viel netter waren, als die Dien Bien Phu Freaks!
Aber hier in Hanoi herrscht dafür sehr viel Trubel. (Nirgends sahen wir je so viele Roller!) Wir kauften ein bisschen gefakte Trekking-Markenware und ließen uns einfach treiben. Dabei kann man jedoch nicht auf dem Bürgersteig gehen da dieser von den parkenden Rollern zugestellt ist, sondern teilt sich die Strasse einfach mit den Schwadronen von fahrenden Rollern. Gar nicht so ohne aber irgendwie macht’s auch Spaß. 😄

Am zweiten Tag sah das Program in etwa genauso aus, wie am Ersten: schlafen, essen, Geld aus geben (ich konnte mein Iphone nach dem kleinen Wasserunfall für schlappe 15€ wieder herstellen lassen!) und durch die Gassen schlendern. Nebenbei buchten wir noch für den nächsten Tag eine Tour in die Halong Bucht.

Und dabei hatten wir echt Glück. Nach zwei nassen und kalten Tagen kam die Sonne wieder raus. Wir bestiegen mit den anderen 12 Passagieren unserer 2-Tages-Cruise in Halong City mittags unser Boot und fuhren im Sonnenschein heraus in die berühmte Bucht. Die bizarren Felsformationen sind wirklich ein toller Anblick und so knipsten wir fleissig Fotos. Zusätzlich schauten wir uns noch eine riesige Höhle an und krappelten mit zahlreichen schnaufenden Chinesen auf einen Aussichtspunkt.

Die Nacht verbrachten wir an Board der „Fantasea“ und schipperten am nächsten Tag zurück Richtung Hafen.

Die Landschaft war wirklich traumhaft schön, nur leider waren insgesamt doch etwas zu viele Touristenboote unterwegs, was die Freude schon etwas trübte…

Nun geht es Richtung Ninh Binh – und von der etwas anderen Busfahrt berichtet Julia bestimmt gerne 😄

Viet Nam – Grenzübergang Diem Bien Phu

Oh mein Gott Hilfe, wir sind in Viet nam! Warum „Hilfe“? – Weil hier scheinbar alle durch geknallt sind… Zumindest in der ersten Stadt nach der laotischen Grenze, in Dien Bien…

Aber alles der Reihe nach.
Gestern (16.02.) fuhren wir erneut 6 Stunden mit einem kleinem Boot auf einem schönen Fluss.
(Im selben Fluss, in dem wir vorgestern kenterten…)
Und wir stellten fest, hätten wir eine Wahl, dann würden wir ausnahmslos nur noch mit diesem Boot reisen. Die Fahrt war tiefen entspannt, wir hatten wieder bequeme Autositze und waren am Ende nur noch 4 Personen an Bord, die gemeinsam mit dem Bootsführer die Natur genossen – wie toll!

Auf geht's nach Hanoi

Auf geht's nach Hanoi

Auf geht's nach Hanoi

Auf geht's nach Hanoi

Doch die Entspannung nahm bei unserer Ankunft am Abend in Muang Khua ein Ende, dies ist der letzte laotische Ort in dem man eine Nacht verbringen muss, wenn man nach Viet nam möchte. Außer billigen Guesthäusern (eine Nacht für 2 Pax für 5-10€!) und drei Restaurants gab es auch nichts zu sehen, also schnell weg! Doch niemand wusste so recht wie und wann. Wir liefen mehrmals durch den gesamten Ort (was man in 5min schafft, da winzig) – lasen von einem Bus um 6 und 11 Uhr und liefen dann dem Polen von der Trekkingtour über den Weg, welcher von 7 und 8 Uhr gehört hatte und unser Guesthouse sprach später von 6/6:30Uhr. Tickets gäbe es im Bus…

Na gut, nicht wirklich schlüssig… Also gingen wir früh schlafen und sicherheitshalber standen wir am
nächsten Morgen um 05:50Uhr an der Hauptstraße. Dort warteten bereits 3 israelische Reisende und das schwedische Pärchen, die mit uns im Boot saßen sowie ein Bus in dem ein (der Fahrer?) Mann schlief…

Tatsächlich ging die Fahrt in diesem klapprigen (vietnamesischen) Bus dann um 07:30 Uhr los. Der Grenzübergang war kein Problem, wenn es auch der Erste war, an dem wir eine Ansprache des (in adretter sozialistischer Uniform und vielen Abzeichen gekleideten) Grenzbeamten erhielten, in der er uns Willkommen hieß und uns einige Informationen zur Weiterreise nannte sowie uns die restlichen laotischen Kip in vietnamesische Dong wechselte. (Nett!)

Auf geht's nach Hanoi

Auf geht's nach Hanoi

Auf geht's nach Hanoi

Doch dann kamen wir 1,5 Stunden nach der Grenze in Dien Bien an und hier wurden wir von einer Meute brüllender Busticketverkäufer empfangen… Was ein Kontrast zum entspannten Laos!!!
Doch es war hier wirklich NIEMAND des Englischen mächtig und trotzdem brüllten alle und steckten uns Visitenkarten mit Busbildern und Abfahrtzeiten zu. Leider war nirgends leserlich zu erkennen welcher Bus nach Hanoi ging. Die Dame am ausgeschilderten ‚Busticketschalter‘ war weder redseelig noch geschäftstüchtig und ignorierte uns. Und die Tafel auf die alle Verkäufer zeigten, sah den ersten Bus um 17:30 Uhr vor… Also in ca. 5 Stunden…von den ’stündlich abfahrenden‘ Luxusbussen, von denen der Grenzbeamte sprach, fehlte jede Spur.

Um nicht durch zu drehen und die Meute abzuschütteln entschieden Wilhelm&Stefanie – ja, das schwedische Paar hieß wirklich so – und wir, erst einmal den Busplatz zu verlassen, in der großen Hoffnung irgendjemanden zu finden, der uns übersetzen oder irgendwie helfen konnte…

Übermüdet fragten wir in zwei Guesthäusern, ob hier jemand englisch spräche, und im zweiten konnte wenigsten einer auf eine der Visitenkartenbilder tippen und sagen ‚Good Bus‘ sowie uns durch offensichtliche Gebärde verdeutlichen, dass man in diesem Schlafen könne… Okay. Aber leider nur eine halbwegs befriedigende Antwort.

Wir setzten uns zum verschnaufen und ‚frühstücken‘ an einen Essenstand mit Blick auf den Busbahnhof. Leider mussten wir dann auch hier noch einige Ticketverkäufer verscheuchen und der Kellner empfahl uns einen komplett anderen ‚good‘ Bus… Während wir leider feststellten, dass mit dem Begriff ‚Chicken‘ auf einer Speisekarte in Viet nam wohl offensichtlich 90% Knochen, 5% Fett und nur 5% Fleisch gemeint sind, sahen wir einen ‚luxeriös‘ aussehenden Bus (er hatte 4 aufgepumpte Reifen, getönte Scheiben, war pink und nicht dreckig) auf den Busplatz einfahren.

Wir liefen hin und betrachteten ihn von innen – perfekt! Liegeplätze! Genau mit diesem wollten wir fahren!
Mit viel Handzeichen kombiniert mit Zeichnungen auf Papier, versicherten wir uns, dass dieser Bus um 15:00Uhr nach Hanoi fahre, um 4 Uhr nachts dort ankäme und für 350.000 Dong (ca. 15€) sogar eine Mahlzeit beinhalte.

Wir Mädels passten dann auf das Gepäck auf, während die Jungs sich auf die Suche nach einer ATM machten. Doch dies dauerte länger als erwartet und leider nutzten dies einige der Busticketmeute aus um uns zu belästigen. Zu nächst begann es harmlos mit ‚where are you from‘, endete dann aber mit ‚i love and want a kiss from you‘ und dem Versuch uns auf die Pelle zu rücken.
Während unserer gesamten Reise war ich nicht ein einziges Mal so genervt, angewidert und bestürzt über soviel widerwärtige Dreistigkeit! Unser kontinuierliches ‚No!‘, ‚Stop!‘ and ‚Move!‘ wurden nur mit Lachen der rumstehenden anderen Männer kommentiert und erst nach dem wir uns zum 5. Mal weg gesetzt und immer böser wurden, hauten sie endlich ab. Schlimmer als Schmeissfliegen!!!
Hilfe, dass kann doch bitte nicht Viet nam sein???

Zum Glück kamen die Jungs danach bald wieder und ich konnte Fabian davon abhalten sich die Hände an diesen Freaks schmutzig zu machen.

Als wir dann noch zwei Colas für die Fahrt kauften, und uns der Kellner fragte welchen Bus wir nun nähmen, schüttelte er nur den Kopf und sagte, es gäbe keinen Bus der vor 17:45 Uhr nach Hanoi fahre… Da dachten wir, hier sind alle wahnsinnig…!
Wir ließen uns vom Busfahrer dann erneut auf der Karte im Lonely Planet bestätigen, dass die Fahrt nach Hanoi ginge und tatsächlich fuhr der Bus dann pünktlich um 15:00Uhr ab.

Bus nach Hanoi

Bus nach Hanoi

Bus nach Hanoi

Doch hier der nächste Wahnsinn…
Nach 20 Minuten Fahrt stolperte einer der Fahrer (oder Busbegleiter?) nach hinten und ich hörte nur Würgegeräusche – da kam er extra nach hinten (um sich vorne nicht zu blamieren?!) und kotzte einfach in eine Tüte direkt hinter uns… Widerlich!

Nach weiteren 10 Min. kam er dann freudestrahlend erneut nach hinten, brachte uns Wasser für angeblich 1Dollar (was wir ablehnten, und plötzlich war es umsonst), bequatschte Fabian und entzog ihm seinen Ipod. Angeblich um die Musik über die Buslautsprecher zu spielen. Da er nicht wieder kam und vergnügt vorne alleine mit Fabians Kopfhörern im Ohr saß, holte Fabian sich den iPod umgehend, Kopf schüttelnd zurück.

Später wurde der Bildschirm samt vietn. Soap angestellt und es dröhnte aus allen Boxen, die wir im hinteren Teil des Busses zum Glück – vor erst- ausschalten konnten.
Bis der Verrückte nach 4 Stunden Fahrt mal wieder nach hinten stolperte, alle Knöpfe drückte und mich zu quatschte. Nur ein energisches ’stop, you are crazy!‘ Und Fabians deutlicher Blick hielt ihn davon ab ständig meine Gegenstände zu betatschen…

Was ist denn hier los???

Wir hoffen inständig, dass die anderen Vietnamesen so sind, wie die, die wir bereits kennen – ruhig und zurückhaltend! Bitte, bitte liebes Hanoi, überzeuge uns davon, wie schön Viet nam ist…

Ansonsten fliegen wir von Hanoi direkt nach Kambodscha!!!!!

Auf so eine (An-)Spannung kann ich verzichten…

Laos – Nong Khiaw

Ja! Nong Khiaw war dann tatsächlich KLEINER. Ein bisschen touristisch, aber nicht so überlaufen und dank der umliegenden Natur – atemberaubend schön!

Überall grüne Wälder, Berge, Wasser, Sonnenschein und eine traumhafte Ruhe. Keine Partymusik, kein übermäßiger Bierkonsum. Und wir spürten das erste Mal so richtig den Laos Stil! Hier geht alles DEUTLICH langsamer von statten als im bisher erlebten Asien!

Und davon ließen wir uns anstecken. Statt direkt für den nächsten Tag eine Tour zu buchen, verbrachten wir den Tag lieber lesend in der Hängematte und genossen die Aussicht aus unserem Zimmer.

Dann entschieden wir uns eines der indigenen Völker besuchen zu wollen, da wir dies eigentlich schon seit Südamerika machen wollten, es bisher aber meist zu Kaffeefahrt-mässig angeboten wurde. Hier in Nong Khiaw konnte man jedoch innerhalb eines 2-Tages Treks eine Nacht im Dorf der Khmu übernachten (Homestay).

Ich brauche es ja nun nicht mehr erwähnen – neuerdings wandern wir ja besonders gerne… 🙂
Und so buchten wir den Trek für 13.-14.02..

Tatsächlich war es erneut eine Erfahrung die wir nicht missen möchten!

Wir waren eine nette 10 köpfige Gruppe (2 Belgier, 1 Pole, ein kanadisches Pärchen, 1 Finnin, 2 Deutsche und wir) und hatten zwei tolle Guides! Der Erste ‚Onkel Can‘ konnte kaum Englisch, aber hatte so eine herzliche Ausstrahlung, dass die wenigen Worte kombiniert mit für uns meist undefinierbaren, aber urkomischen laotischen Lauten, uns immer wieder zum Lachen brachten 🙂

Der Zweite war auch gleichzeitig der Besitzer der Agentur. Er konnte super englisch und erzählte uns viel über das einfache Dorfleben und dass er selbst hier aufgewachsen sei. Wir konnten viele Fragen stellen und es war wirklich interessant!

Am ersten Tag liefen wir angenehme 5 Stunden durch die Wälder und machten dank Onkel Can mehr Pausen als uns recht war. (Er meinte es wohl etwas zu gut.) Kamen jedoch dann doch irgendwann endlich im Dorf der Kmu an. Dieses lag direkt neben dem der Hmong und wir wurden erst einmal durch beide Dörfer geführt -uns folgten die neugierigen, dauerhaft lachenden Kinder der Dörfer, samt der süßen kleinen Hundewelpen…

Die Kinder bekamen Sticker und Seifenblasen geschenkt und es war so schön zu sehen, wie sie sich an solch einfachen Spielzeug erfreuen konnten und es richtig lieb miteinander teilten!

Wir lernten unseren Gastgeber kennen und bezogen unsere ‚Kojen‘. Wow! – Wesentlich komfortabler als gedacht!
Es war sowieso unglaublich herzlich wie sehr er sich um uns sorgte! Es gab Tee, Instandkaffee, Bier und abends wurde extra für unsere Gruppe eine Ente (oder Gans?!) geopfert!

Wir spielten mit den Kindern und Tieren bis es dann Abendessen gab, welches wir alle gemeinsam in seiner bescheidenen Hütte einnahmen. Standesgemäß im sitzen und mit den Händen essend.

Wir saßen danach noch eine Weile gemütlich (mit LaoLao-Schnaps) um das Lagerfeuer und quatschten, bis wir erkennen mussten, dass das Dorf bereits zur Nachtruhe (22Uhr) gebettet war und so gingen wir zeitig schlafen.

Die Nacht war kurz und doch recht hart, aber irgendwie auch cool durch Hühner Gegacker, Schweinegegrunze und Kinderlachen auf zu wachen!

Nach einer Nudel-Reis-Gemüse-Suppe ging es dann 5 Stunden weiter. Dieses Mal führte uns jedoch der jüngere 2. Guide und es ging erstmal 1,5 Stunden fast nur berghoch durch den Dschungel. Mein Gefluche kann sich jeder vorstellen 😉

Danach war es jedoch eine schön entspannte Wanderung durch Reisfelder und ein weiteres Dorf, bis wir am Fluss ankamen, wo wir dann in die Kajaks stiegen… (Meine Facebook Freunde wissen was jetzt kommt…)

Und wie wir so sind, alberten wir im Kajak wieder nur herum und waren -wie bereits beim Wandern- die Bummelletzten.
Wir machten noch schnell ein Bild mit dem Handy und paddelten dann schnell zur Gruppe.

Von Onkel Can wurden wir gewarnt, dass gleich eine Strömung kommt…
Doch eh ich mich versah befanden wir uns IM Wasser und ich hatte Mühe mich unter dem Kajak zu befreien. Unsere Sachen befanden sich zum Glück im Dryback und auch die FlipFlops konnten wir retten… Die Situation war wirklich super lustig und das Wasser erfrischend. Aber leider hatten wir ja kurz zuvor ein Bild geschossen, und dieses wurde Fabians IPhone zum Verhängnis… Es befand sich noch in seiner Hose…
(O-Ton Julia, 2 Minuten zuvor: „Nein nein, pack es nicht in den Dryback, wir machen bestimmt gleich noch ein Bild!“)

Aber wenn wir eines auf unserer Reise gelernt haben, dann, dass es Schlimmeres gibt, als etwas Materielles zu verlieren!
(Ja ja Oma, ich weiß, eigentlich hab ich auch schon vorher immer eher gelacht, als geweint, wenn etwas -von mir verschuldet- kaputt ging…)

Jedenfalls zogen wir uns dann einfach um und fuhren den Rest mit dem Boot und schauten den anderen beim kajaken zu – war auch wesentlich entspannter 😉

Ein wirklich schöner Ausflug!

Und da wir bei unserer Rückkehr nach Nong Khiaw erneut ein sehr schönes (und trotzdem spottbilliges) Zimmer erhielten, entschieden wir spontan, doch noch eine Nacht länger zu bleiben.

Und so verbrachte ich meinen Geburtstag tiefen entspannt in einem ruhigem Ort, bekam eine Massage und aß lecker indisch.

Außerdem bekam ich ein sensationell tolles Geburtstagsvideo von meinen Lieblingsknallerbsen geschickt und erhielt viele liebe Glückwünsche, die mir alle zeigten, was für ein wahnsinniges Glück ich habe, so liebe Menschen meine Freunde & Familie nennen zu dürfen!
Was ein großartiges Geschenk!!!!

In diesem Sinne: VIELEN DANK!

Und nun geht es weiter Richtung Vietnam!
Leute, auch mit 27 und 30, bleibt es spaaaaaannend 😉