Neuquen & Puerto Madryn

Von Mendoza nach Neuquen
Am Busbahnhof in Mendoza wollten wir gerade in den Bus nach Neuquen einsteigen, als plötzlich Marcello hinter uns stand und uns breit grinsend unsere Jacken entgegenstreckte…
Er war extra mit Vollgas vom Hostel zum Busbahnhof gefahren! Oh man wir Schnarchnasen hatten beide nicht mal bemerkt, dass wir sie vergessen hatten… Ups 🙂 Muchas Gracias Marcello!

Auf den Schock tranken wir dann erstmal ’nen Vino Tinto – denn im „Luxus“Bus von Andesmar gab es dieses Mal sogar Wein und Sekt gratis! Außerdem wurde Bus-Bingo gespielt… 🙂

Aus Neuquen selbst gibt es nichts zu erzählen. Stinknormale Stadt in der wir bloß schliefen, weil wir nicht sooo lange Bus fahren wollten (Sicherheit und so)

PUERTO MADRYN
Nun sind wir am Freitag Abend nach einer weiteren Busfahrt in Puerto Madryn angekommen – eine kleine Hafenstadt mit zwei Buchten und mit relativ vielen verschiedenen Tieren in der Umgebung, von denen wir möglichst viele sehen wollen.

Deswegen buchten wir direkt nach unserer Ankunft abends im Hostel noch für den nächsten Tag eine Tagestour. Leider ist aber auch hier alles wieder sehr teuer, schließlich kann man ja mit den Touristen schön viel Geld verdienen… Die Tagestour zu den Walen kostet uns -ohne Verpflegung- mehr als 100€ p.P… Da wir nur 1,5 Tage Zeit haben, konnten wir kein Auto mieten (lohnt sich ab 4Pers) oder Alternativen suchen. Auch wenn es eigentlich zu viel fürs Budget ist – die Gelegenheit Orkas und riesige Wale zu sehen werden wir vllt nicht nochmal erhalten.

Nach dem Buchen gingen wir in ein kleines Meeresfrüchte-Restaurant und aßen Anderen versehentlich das Essen weg. 😳 Da etwas Chaos herrschte, brachte die Kellnerin einiges durcheinander und sie setzte uns so etwas wie einen Meeeresfrüchteeintopf vor, wir begannen verwundert zu essen, glaubten aber, dass unsere geringen Spanischkenntnisse dazu führten, dass wir irgendwas falsch bestellt hatten. Kurz danach fiel ihr der Fehler auf, aber wir hatten ja schon angefangen und so mussten die zwei anderen unsere Gerichte essen oder weitere 30min warten… Wie das Glück es wollte, sah der Eintopf viel köstlicher aus, als das, was wir ursprünglich bestellt hatten. 🙂
Wir waren glücklich und satt – die anderen sahen nicht so begeistert aus. Tat uns leid, aber so richtig konnten wir nix dafür…

DIE WAL-TOUR
Am Samstag begann die Tour um 08:00 Uhr mit einer langweiligen 2 stündigen Fahrt über eine Schotterpiste.
Aber angekommen am ersten Stopp sahen wir Seeelefanten – die fetten Verwandten der Seelöwen. Vom Auto aus entdeckten wir eine weitere ‚Lamaart‘ und Maras – diese Tiere kennen wir höchstens aus dem Zoo. Sie sehen aus wie zu groß geratene Meerschweinchen gekreuzt mit Hasen, Känguruh und Reh oder so ähnlich.

Danach begrüßten uns eine kleine Kolonie von Pinguinen und wir sahen sie nun ganz nah, was uns auf den Galapagos Inseln vergönnt war.

Außerdem trafen wir auf zwei witzige Gürteltiere – die aussehen wie große Igel mit einem Panzer – die um uns rum flitzten als könnten sie sich nicht entscheiden wo sie hin wollen und gaben sich dann direkt vor uns dem Vergnügen des Paarens hin 🙂

Danach fuhren wir zum Hafen der Bucht und bestiegen mit ein paar anderen Gruppen das kleine Schiff. Leider konnten wir keine Orkas sehen, aber tatsächlich sahen wir ganz nah am Boot riiiiiiiesige Wale.

Und wir sahen sie ’springen‘ und ihre Schwanzflosse aus dem Wasser strecken. Unglaublich wie RIESIG so ein Tier ist. Und wie komisch so ein Wal aussieht – im Prinzip wie ein riesiger Stein. Wir haben einige Bilder geschossen, aber da die Wale nunmal hauptsächlich unter Wasser sind erkennt man nicht so viel.

Also das Geld war es wert und wir sind abermals begeistert was für coole Tiere es gibt und wie sehr einen die Natur in live verzaubert!

Heute schlendern wir noch ein Stündchen durch Puerto Madryn und dann fahren wir ca. 18 Stunden Bus in den Süden nach Rio Gallegos, übernachten dort und fahren am nächsten Tag weiter nach El Calafate um dort den Gletscher zusehen.

Also, es wird -endlich- wieder spannend 🙂

Mendoza – die Hochburg des Malbec-Weines

Nachdem wir in Córdoba den letzten Abend mit den beiden Berlinern rund um den Handcraftmarket verbracht haben, ging es gegen 22:30 Uhr in Richtung Mendoza.

Nach einer entspannten Nacht (Full Carma Sitze) kamen wir gegen 08:00 Uhr morgens an unserem Hostel an. Dieses lag inmitten DER Barstraße von Mendoza. Nur war es leider Sonntag morgens, kein Mensch auf der Straße, es regnete und es gab keine Klingel oder erkennbares Schild vom Hostel.

Zum Glück konnte ich die Telefonnummer herausfinden und bat am Telefon auf einwandfreiem Spanisch darum die Tür zu öffnen. Nun erkannten wir auch, dass es sich nicht um ein klassisches Hostel handelt, sondern man im Hinterhaus bei einer argentinischen Familie wohnt.

Hier war auch eine schwedische Kleinfamilie zu Gast, welche im Keller des kleinen Hauses schlief. Wir verstanden uns gut mit Ihnen und so luden sie uns ein, sie am nächsten Tag im gemieteten Auto zu begleiten.

So erkundeten wir gemeinsam die Gegend von Mendoza und besuchten das kleine verschlafene Städtchen La Valle und den Staudamm Embalse Potrerillos mit Blick auf den höchsten Berg außerhalb des Himalayas, den 6.962m hohen Cerro Aconcagua.

Nach all dem ganzen Anschauen erholten wir uns erst mal bei einer Weinprobe in Chacras. 🍷
Hier erfuhren wir viel über den organischen Weinanbau und die verschiedenen Rebsorten Argentiniens. Am Ende (nach 5 Gläsern verschiedenster Sorten) hatten wir auch ganz schön einen sitzen und können uns an den Inhalt des Tastings nicht mehr erinnern 😄

Abends gingen wir beide noch lecker Steak essen und tranken erneut Wein (was hier schließlich zum guten Aton gehört) und fielen bald darauf hundemüde ins Bett.

Am darauffolgenden Tag erkundeten wir die Innenstadt von Mendoza. Hier fielen uns gleich die vielen (vor allem weiblichen, durchaus attraktiven) Studenten auf und wie grün die Stadt doch ist. Überall sieht man viele gepflegte Parkanlagen, weitläufige Plazas und breite Alleen, welche nach dem schweren Erdbeben von 1861 erbaut wurden. Damals wurde Mendoza dem Erdboden gleich gemacht und als Schutzmaßnahmen baute man die Stadt sehr weitläufig aus. Uns gefällt es jedenfalls sehr gut hier.

Bevor es heute Abend weiter Richtung Süden nach Neuquen geht, verbringen wir den heutigen Tag bei wolkenlosem Himmel und 30 Grad im Park und im Eiscafe. 😉

Salta und Cordoba

Einige Tage sind vergangen und so reisen wir heute knapp 11 Stunden mit dem Nachtbus von Cordoba in die Weinstadt Mendoza. Und das wird ehrlich gesagt auch Zeit, denn die letzten 6 Tage in Salta und Cordoba waren eher unspektakulär, zumindest in Anbetracht dessen, was wir sonst so erlebt haben bisher.

SALTA
Salta ist eine kleine Stadt mit wenig wirklich Sehenswertem und hat sich für uns nur dadurch ausgezeichnet, dass wir auf einem der Plazas durch Zufall wieder in die Arme von Robert gelaufen sind, dem netten deutschen Herren aus Südafrika. 🙂
Mit ihm haben wir dann einen kompletten Nachmittag in der Sonne im Café verbracht und geschwatzt. Wie unglaublich spannend die Erlebnisse und Leben der anderen sind, wenn man mal Zeit hat zu zuhören!!! Vielen Dank lieber Robert, es war ein wirklich sehr schöner Nachmittag mit Dir und wir hoffen, dass wir Dich wiedersehen!

In Salta haben wir ansonsten nur gelernt, dass man in Argentinien Eis ‚kiloweise‘ kaufen kann. Leider schmeckt es enttäuschend! Es kommt einfach bisher kein Eis an das echte italienische Gelati ran!

Außerdem haben wir gemerkt, dass ich scheinbar einen absoluten Pferdemagen habe (naja ehrlich gesagt wusste ich das schon vorher), denn obwohl wir exakt das Gleiche gegessen haben (zusammen gekocht), ist Fabian vor Magenkrämpfen fast Ohnmächtig geworden und ich blieb putz munter… Aber keine Sorge, ihm geht es wieder gut!

Und nun sind wir seit 3 Tagen in Cordoba und warten hier im Hostel auf die Abfahrt unseres Busses um 22:30 Uhr.

CORDOBA
Eine weitere ‚enttäuschende Stadt‘ ist Cordoba. Ich bin mir nicht sicher wieso, aber irgendwie dachte ich, dass Cordoba -als zweitgrößte Stadt Argentiniens und mit seiner großen Uni- eine sehenswerte Stadt sei.
Aber auch hier gibt es keine hervorzuhebenden Sehenswürdigkeiten und die Innenstadt war eher sehr ‚ramschig‘. Ein wenig kamen wir uns vor, als sei die Fußgängerzone ein zu groß gewordener KIK-Supermarkt. Die Läden platzen alle vor billigen, schäbig aussehenden Klamotten. Und ich möchte wirklich nicht oberflächig sein, aber hier scheinen sehr sehr viele Menschen -besonders Frauen- ein unübersehbares Gewichtsproblem zu haben… (Liebe P1, Du hättest Deinen ‚Spass‘ 🙂 )

Schöne Südamerikanische ‚Wahnsinnsfrauen‘ haben wir bisher nach wie vor keine gesehen, auch wenn das Stadtbild nun deutlich großstädtischer ist und wir nun auch wieder Blondinen und Brünetten (auch wenn nicht von Natur aus) begegnen.

Joah. Die Zeit hier in Cordoba haben wir uns dann durch ausgiebige Straßenbummel (ohne etwas auszugeben!) und mit der Planung unsere weiteren Reise vertrieben. Außerdem haben wir im Hostel Eric und JoMo kennen gelernt – zwei Jungs aus Berlin, die gerade Ihre Ausbildung im Berliner Adlon Hotel abgeschlossen haben, anschließend ordentlich Geld als Doorman im Adlon ansparen konnten (dem Trinkgeldern der Reichen sei Dank) und nun quer durch Südamerika reisen.

Und gestern Abend sind Fabian und ich spontan zu einem lokalen Top-Basketballheimspiel von Cordoba’s Atena (Aktuell auf Platz 2) gegen Quimsa aus Santiago del Estero (3. Platz) gefahren. War ganz spannend zu sehen wie in Argentinien -im Land des Fussballs- Basketball gespielt und gefeiert wird. Die Halle war eher semi-professionell und lediglich eine etwas größere Turnhalle. Aber die Stimmung, als es knapp wurde, war schon südamerikanisch temperamentvoll 🙂 Gewonnen hat Cordoba dann mit 88:82.

Allerdings waren wir dann etwas verzweifelt, als wir nachts um halb zwölf aus der Halle raus kamen und leider bis kurz vor Mitternacht kein freies Taxi fanden… Aber wie ihr seht sind wir ja irgendwie dann doch heil im Hostel angekommen.

Und nun bleiben uns noch 5,5 Stunden bis der Bus abfährt und die vertreiben wir uns gleich noch mit einem Bummel zum Handcraft Market (Markt mit Handarbeitssachen).

Bilder aus Salta und Cordoba folgen spätestens morgen.

Wir wünschen Euch ein erholsames restliches Wochenende!

Argentinien wir kommen!

Neuer Tag, neues Land
Wir sitzen gerade im Bus nach Salta, Argentinien. 5 Stunden Zeit um die letzten Stunden in Bolivien Revue passieren zu lassen.

Wie erwähnt sind wir von unserer Ursprungsplanung nun etwas abgewichen und werden Chile -aus Kostengründen- nicht bereisen.
Deshalb haben wir uns gestern direkt nach der Ankunft aus der Salzwüste in Tupiza Tickets nach Salta gekauft.

Allerdings war das nicht ganz so einfach wie bisher, denn wir wollten ja über die Grenze und es gibt keinen Bus der von Tupiza nach Salta durch fährt.

An den Busbahnhöfen läuft es immer wie folgt ab; es gibt unzählige kleine Häuschen aus denen die Verkäuferinnen sämtliche Städte, die ihr Busunternehmen anfährt heraus brüllen. Also ein lauter Singsang aus „Cochabamba, Cochabamba, Cochabaaaambaaaaa“, „Potosi-Potosi,Sucre-Sucre-Sucreeeee“. Ausserdem zeigen bunte Bilder wie die Busse aussehen und meistens stehen auch sämtliche Salidas („Abfahrten“) an den Glasscheiben oder Wänden dran, Abweichungen werden durch Handschriftliches vermerkt. Man sucht sich also das ansprechendste Bild mit dem passenden Abfahrtzeiten aus und schaut dann noch ob die Verkäuferin ’nett‘ aussieht und fragt dann ob man „Dos billetos para mañana a Salta“ (dt. 2 Tickets nach Salta für morgen) bekommen kann und „Cuanto cuesta?“ („Was kostet es?“)
Mit dieser Taktik sind wir seit 50 Tagen ganz gut von A nach B gekommen.

Die Dame in Tupiza war super nett, als ich unser Notizheft raus holte, schrieb sie mir sogar alles auf – wann der Bus abfährt, wann er in Villazon (letzte bolivianische Stadt vor der Grenze) ankommt und darüber hinaus, dass wir den kleinen Bus (auf den sie zeigte) dann in Villazon wechseln und in den großen Bus der Busgesellschaft „Balto“ einsteigen (sie zeigte auf ein Bild) und dort „Cama“ Sitze hätten (Sitze die man zu 140-180Grad umklappen kann).
Weiterhin erklärte sie, dass Argentinien eine Stunde voraus sei. Und auf die Frage was mit der „fronterra“ (dt. Grenze) sei, erklärte sie, dass das ganz einfach sei, wir steigen in den Balto Bus und der fährt von Villazon über die Grenze und dort wird dann schnell gestempelt und wir fahren bequem weiter. Das klang gut. Und kostete 235 Bolivianos pro Person.
Also 24€ für eine insgesamt 6 Stunden fahrt pro Person. Spitze!

Auf dem Weg zurück zum Hostel kamen uns dann Zweifel – wenn der Bus 1Stunde nach Villazon braucht Argentinien 1 Stunde voraus ist, wir 5 Stunden nach Salta brauchen und die Zeiten auf dem Ticket+Notizheft wie folgt aussahen, war da auf jeden Fall ein Haken:
10:00Uhr Abfahrt Tupiza
11:00Uhr Ankunft Villazon
12:15Uhr Abfahrt
17:00Uhr Ankunft Salta

Findet ihr ihn? 😉

Richtig! 12:15uhr musste die Abfahrt in Argentinien sein, wenn wir 5 Stunden brauchen. Das heißt aber dass der Bus um 11:15Uhr in Bolivien startet, was wiederum bedeutet wir hatten exakt 15 Minuten für die Grenze (unmöglich!) oder um von einem Bus in den anderen zu kommen (möglich).

Da wir hundemüde vom 4 Uhr aufstehen waren und es nun auch zu spät war, entschieden wir es wieder ‚tranquillo‘ angehen zu lassen und am nächsten Tag zu sehen, wie das ganze so läuft 🙂

Und das haben wir nun auch – wir fragten dann nochmal „solo quinze minutos a la frontier?“ (dt. Nur 15 Minuten an der Grenze?)
Und sie erklärte uns, dass die Busse in Villazon neben einander stehen, 15min reichen locker und an der Grenze kommen sie rein und stempeln.

Letzteres glaubten wir mit gesundem Menschenverstand natürlich nicht (alleine schon deswegen, weil ja auch das Gepäck kontrolliert werden muss, schließlich kommen wir aus einem der bekanntesten Drogenländern und wollen nach Argentinien…) aber dass die Busse in einem Busterminal oft nah beieinander standen hatten wir schon erlebt. Also los ging es.

Allerdings war der Minibus komplett voll, unsere Rucksäcke auf dem Dach und der Fahrer war einer von der ganz vorsichtigen Truppe…(was uns ja normalerweise recht ist.)
Er betete vor Fahrt (gab uns ein gutes Gefühl) und während der Fahrt einige Male (wir könnten nicht erkennen warum) und fuhr durchschnittlich 60km…
Während der Fahrt unterhielt uns ein kleiner Junge hinter uns ganz gut, da er mir gerne in die Schulter zwackte und mit seinen schwarzen Kulleraugen über Fabian’s drüber linste.
Jedenfalls kamen wir -durch diverse Zwischenstops, wie ‚tanken‘- natürlich erst um 11:14Uhr in Villazon an. Allerdings an keinem Busbahnhof. Wir fragten dann wo die Busse abfuhren und fanden ein Office von Balut. Die Dame dort sagte uns dann das der Bus bereits weg sei und wir den Nächsten um 15 oder 18 Uhr auf der argentinischen Seite nehmen könnten. Aha! Hier war er, der Haken!

Aber uns egal, denn wir sind ja nicht in Eile. Also Ticket getauscht und wir machten uns zu Fuß zur Grenze.
Und man kann es glauben oder nicht, aber wir waren innerhalb von 5 Minuten von Bolivien in Argentinien!
Zu Fuß!!!
Wir erhielten den Ausreisestempel ohne ein Wort und es dauerte bloß 5 statt 2 Minuten weil die Dame vor uns so lange mit den argentinischen Grenzbeamten diskutierte. Stempel für 90 Tage rein, Rucksack in eine mobile Taschenkontrolle (ein Transporter mit Rollband und Monitor) und fertig! So einfach!!!

Joah und dann hatten wir noch fast 3 Stunden um von dieser Grenze zum 15min entfernten Busbahnhof in La Quiacha zu gelangen. Auf diesem Spaziergang lernten wir einen Engländer kennen, der uns ansprach ob wir auch nach Salta reisen. Gemeinsam kamen wir dann am Busbahnhof an und er kaufte sich vom selben Busunternehmen ein Ticket – 150 Pesos. War ja klar, wir hatten 230 bezahlt inklusive einstundige Fahrt ab Tupiza. Also auf jeden Fall hatte die nette Dame uns ganz ’nett‘ übers Ohr gehauen. Nun muss man aber dazu sagen, dass es umgerechnet maximal 8 € Verlust sein konnten. Na gut.

Zusammen gingen wir dann Mittagessen und bestellten etwas was wir mit ‚Gegrilltem mit Pommes und Salat“ übersetzten für 100 Pesos (10€). Als der Kellner dann sagte dass das „para dos“ (dt. Für zwei) sei wurden wir etwas stutzig aber dachten: „Umso besser!“ 🙂

Und dann kam unser Essen:

2013.11.02_La Quica

Fleischplatte mit Pommes und Salat für zwei Personen für €5,- p.P.
WILLKOMMEN IN ARGENTINIEN!
🙂 🙂 🙂

Ja und nun sitzen wir in dem 15Uhr-Bus nach Salta und hoffen, dass es nun so positiv weiter geht.

Wir werden fleißig berichten! 🙂

Viele Küsse und Grüsse nach Hause!

Salar de Uyuni Tour

Achtung Achtung dies ist ein weiterer ‚Roman‘ 🙂

1.TAG
Ja und diese Tour hat nun heute (29.10.) um 08:10Uhr begonnen.
Eigentlich aber erst seit 09:00 Uhr… Denn aufgrund eines Taxistreiks konnten die Jeeps nicht nach Tupiza rein fahren (die Taxifahrer blockierten mit Ihren Autos jede Einfahrtsstraße),
und so mussten wir erst einmal samt Gepäck quer durch den Ort bis zum Ortseingang laufen.

Seit 09Uhr fahren wir nun zu viert plus Fahrer in einem Jeep durch die Berge in Richtung Salzwüste. Es gibt einige Fotostops (Lamaherden, Strauße, sehr einfaches Dorf und viele eindrucksvolle Landschaften) aber anders als während des Salkantey Treks und der Galapagos Cruise, ist diese Tour mit sehr sehr vielen Stunden im Jeep verbunden.
(Deswegen habe ich auch wieder Zeit einen weiteren Reiseroman zu schreiben.)

Insgesamt sind wir drei Jeeps mit 12 Touristen. 6 davon haben wir eben beim Lunch kennen gelernt – eine Gruppe von jungen französischen Studenten, die sich in Buenos Aires kennen gelernt haben, da alle ein Auslandssemester absolvieren.
Sehr sehr nette Gruppe – sie sprechen perfekt Spanisch und könnten sich nur auf Französisch und Spanisch unterhalten, aber stattdessen integrieren sie uns und wir sprechen einen Mix aus Englisch-Französisch-Spanisch. Toll 🙂

Bis zum Abend sahen wir dann noch eine Ruine eines kleinen Dorfes, welches über 5.000 Jahre alt war – und wie so vieles in Südamerika – von den Spaniern zerstört und ausgeraubt wurde. Mit dem Bewusstsein wie alt diese Ruinen sind, war es faszinierend Tonscherben, Fenster, Türen und Gräber zu entdecken!

An diesem Abend kamen wir erst um 19 Uhr in der Unterkunft an, die für die hiesigen Verhältnisse überraschend komfortabel war – ein Steinhaus mit Licht, jedes Bett hatte 2 Matratzen und vier Decken gegen die Kälte, es gab Toiletten und eine kalte Dusche! Nach einem wärmenden Tee und Keksen und nachdem immer vier zusammen ihre Zimmer belegten, vertrieben wir uns die Zeit bis zum Abendessen mit Erzählungen unserer bisherigen Reise und gaben Roxanna, einer Französin, Tips für den Salkantay Trek. Das Essen war dann spät (22Uhr) aber wirklich lecker – erst eine wärmende Gemüsesuppe und danach Lamasteak, Kartoffelbrei und Paprika-Zwiebelgemüse.
Danach fielen wir alle müde, satt und glücklich in einen tiefen Schlaf bis morgens um 07Uhr.

2.TAG
Und nun sitzen wir wieder seit etwas mehr als 2 Stunden im Jeep und fahren quer durch staubige Wüsten, felsige Täler mit kleinen Bachdurchläufen und eine unglaubliches Panorama von Lagunen, Mineralablagerungen, blauem Himmel und es ist ein wenig wie eine Rallye Dakar ohne Gefahr. Wir halten an einer Lagune an der wir einen riesigen Schwarm Flamingos fotografieren können.
Zum Mittagessen (was unglaublich viel und lecker war) halten wir an einer kleinen Aquas Caliente (dt. Heiße Quelle), aber abermals stellen wir fest, dass hier „heiße“ Quellen angenehme Badewassertemperatur haben, aber nicht mehr. Während dem Geplansche hat man einen Blick auf die Salar de Chalwiri, eine Salzwüste deren Farbspiel wunderschön unrealistisch wirkt!

Weiter geht es zur Wüste Dali, die aufgrund der Farben und Steinformationen nach dem Künstler benannt wurde. (Was weder Fabian noch ich bestätigen würden, da wir an die fließenden Uhren denken und das damit irgendwie sogar nix gemein hat…)

Heute sehen wir viele Highlights hintereinander und so folgen hinter dem farbenfrohen Dali-Berg die Lagune Verde und Blanca (dt. Grüne und weiße Lagune) – vor allem die Laguna Verde sieht stark aus! Auch wenn sie eher türkisblau ist, aber wir wollen ja mal nicht kleinlich sein und ‚verde‘ lässt sich ja auch viel besser international in ‚grün‘ übersetzen 🙂

Danach fahren wir zu einem weiteren HÖHEpunkt – auf 5.000 m ü.d.M. sehen wir aktive Geysire die ihre Schwefelwolken in die kalte Luft pusten. Während wir dann weiter zur riesigen Laguna Colorada fahren entdecken wir im Sand – in der Sonne – große weiße Formationen und als wir näher ran fahren sehen wir, dass es tatsächlich Eiszapfen im Sand sind! Diese Gegend ist so surrealistisch!

Das betätigt dann auch die bunte Lagune, die wieder mehrere Flamingoschwärme beherbergt. Das rote Wasser, grüne Moos, weiße Mineralablagerungen und die Spiegelungen auf dem Wasser sehen so unfassbar aus!

Die Unterkunft ist ähnlich der ersten und das Abendessen einfach aber lecker und danach ging’s wieder direkt ins Bett.

Morgen erwartet uns eine lange lange Jeep fahrt und richtig aufregend wird es dann vermutlich erst wieder übermorgen, da erreichen wir dann die Salar de Uyuni 🙂

3. Tag
Wie erwartet sahen wir heute erneut eine beeindruckende Landschaft, aber bemerkenswert waren vor allem die Flamingos, die wir dieses Mal in nur 2m Abstand auf über 4.000m ü.d.M. beobachteten. Außerdem begegneten wir einem Fuchs und fütterten komische Hasen, die aussahen wie Opas und einen langen gekringelten Schwanz haben.
Und das alles nicht im Streichelzoo, sondern in der freien Natur!

Die Unterkunft war dieses Mal fast luxeriös – viel Platz, wir hatten zu zweit ein Zimmer, es gab ab 18Uhr Strom und für 10Bolivianos (1€) gab es sogar eine warme Dusche!
Abends saßen wir dann mit den anderen Vier der Gruppe zusammen-einem kolumbianischem Pärchen und zwei Deutschen Freundinnen. Wir spielten Karten und tauschten Tips aus, da Sarah und Fanny gerade 2,5 Monate durch Argentinien reisen und die Kolumbianer in den Norden Südamerikas reisen wollten.

Danach mussten wir aber schleunigst ins Bett, denn am letzten Tag ging es bereits um 04:00 Uhr los…

4. Tag
Da ich gestern nicht auf die Sonne geachtet habe, hab ich wohl nen Sonnenstich, denn ich wachte bereits um 2 Uhr mit Kopfschmerzen des Grauens auf 😦

Dank Paracetamol muss es jetzt einigermaßen gehen und so sind wir nun bereits seit 4 Uhr auf den Beinen und haben einen tollen Sonnenaufgang von einer Insel aus, die mitten in der Salzwüste existiert, gesehen.

Danach gab es Frühstück aus dem Auto raus und es ging weiter in die Salzwüste rein. Die Salar de Uyuni ist ein mehr als 10.000qm großer Salzsee, dessen Oberfläche an der dicksten Stelle aus einer 10m dicken Salzschicht besteht, die stets weiter wächst.

Da man Kilometer weit nichts außer Salzboden sieht, und somit keinen Orientierungspunkt hat, kann man lustige illusionistische Bilder machen. Allerdings ist es ja gerade mal 7:30 Uhr und so ist es eisig kalt und wir frieren uns währenddessen ganz schön den Allerwertesten ab -aber wir hoffen die Mühe hat sich gelohnt!

Danach geht es -mehr oder minder- 5 Stunden schnurstracks- zurück nach Tupiza.

Denn -Achtung jetzt hole ich mal wieder aus-:
Die französischen Studenten haben ein großes Problem – sie müssen bis 20Uhr in Argentinien sein, da die Grenze dann schließt.
Normalerweise würden wir aber erst um 18Uhr in Tupiza ankommen, von dort dauert es ca. 1Stunde bis nach Villazon an die Grenze zu Argentinien. Allerdings ist Argentinien eine Stunde voraus…
Wir hatten großes Mitleid mit den 6, denn wir kennen den ganzen Hintergrund dieser Hektik:
Sie sind während einer Vorlesungsfreien Woche, nur für diesen 4-Tages-Trip nach Bolivien gekommen und hatten sich ein Auto bis zur Grenze gemietet. Allerdings hatten sie auf dem Weg einen schlimmen -selbstverschuldeten- Unfall mit Totalschaden und nur Dank sehr vieler Schutzengel ist niemand etwas Schlimmeres passiert…
Nun müssen sie aber wieder rechtzeitig zurück sein, damit sie den neu gebuchten Mietwagen rechtzeitig erreichen und sie haben kein Geld + keine Zeit mehr um eine weitere Nacht in Tupiza zu bleiben, da sie ja nun für den Schaden aufkommen müssen…

Natürlich vertrödelten wir dann möglichst keine Zeit und hielten zum Mittagessen in der Nähe von Uyuni an einer provisorischen Lunchunterkunft.
Dies war offensichtlich das Haus einer sehr armen Familie.
Das erste Mal sahen wir die ‚wahren‘ Verhältnisse im ärmeren Teil Südamerikas.
Die Familie hatte einen Kiosk und einen Raum in dem sie die Touris essen ließen. Damit verdienten sie sich wohl ihr Geld.

Allerdings war ALLES spartanisch. Der Kiosk war komplett ungeordnet und überall lag Kram und altes Obst, dreckiges Geschirr und Müll rum. Aus der Küche kam ein gewöhnungsbedürftiger Geruch.
Während wir an einem Tisch in dem kleinen Raum saßen und unsere Köchin (die von Anfang an mit uns reiste) das Essen auf tischte (was zum Glück schon vorher gekocht war und was wir auf mitgebrachtem Geschirr aßen) kamen immer wieder kleine Kinder in das Haus. Diese Kinder waren überall verdreckt -und das nicht von Spielen-, hatten ganz einfache Sachen an und hatten fast alle Rotznasen. Wir teilten dann natürlich gerne Orangen und gaben unsere letzten Lollis an die Kleinen ab.

Auch die Frauen, die wohl zu den Kindern gehörten waren meist zahnlos und einfach gekleidet.
Auch auf unserem weiteren Weg nach Tupiza sahen wir noch ein paar Kinder -im schulfähigem Alter- die auf dem Lastwagen der Eltern mitfuhren und sicherlich wenig bis keine Bildung erhalten werden.
Und als wir dann noch an einem Landteil vorbei fuhren, der über und über mit Müll und vor allem Plastiktüten überzogen war, war uns ganz klar, dass dies die – sonst von Touristen fern gehaltene – Realität der 2. und 3. Welt ist…
Das ging schon sehr ans Herz!

Mit diesen Eindrücken endete die Tour -rechtzeitig für die Franzosen- um 16:30 Uhr in Tupiza.

WEITERER REISEPLAN
Ursprünglich wollten wir bereis in der Stadt Uyuni aussteigen um dort mit einem der vielen Anbieter morgen über die Grenze nach Chile zu reisen …
Aber da wir vor unserer Abreise in die Salzwüste bereits recherchierten und in der ersten Stadt hinter der Grenze nur unbezahlbare Hostels gefunden hatten (ab 90USD die Nacht) und nach vielen Gesprächen mit anderen Reisenden, die uns warnten das Chile viel zu teuer und vor allem im Norden eher unspektakulär sei, werden wir Chile fast komplett streichen und unsere verbleibende Zeit in Südamerika in Argentinien verbringen.

Unser Plan ist nun, dass wir heute Nacht ein günstiges Hostel in Tupiza auf suchen, dann zum Busbahnhof laufen und uns für morgen ein Ticket nach Salta kaufen.
Salta ist die erste größere argentinische Stadt nach der Grenze.
Dort wollen wir 3 Nächte bleiben um wieder Wäsche zu waschen und mit vernünftigem Internetempfang unseren weiteren Reiseverlauf zu fixieren.

Aktuell wollen wir – auf Teufel komm raus – noch vier Highlights in die nächsten 4 Wochen einbauen:
1. der Perito-Moreno-Gletscher am unteren Ende von Argentinien
2. Wale in der Bucht von Puerto Madryn beobachten in der Mitte Argentiniens
3. Iguazu Wasserfälle im Norden Argentiniens bzw. an der brasilianischen Grenze besuchen
4. ein Bocca Juniors Fußballspiel in Buenos Aires sehen

Joah… Der Haken ist, dass alles sehr sehr weit auseinander liegt und wir sehr wahrscheinlich mindestens einmal Fliegen müssen um diese Highlights in der vorhandenen Zeit zu schaffen, zumal das Bocca Juniors Spiel bereits fest auf den 24.11. datiert ist und wir somit für die letzte Woche in Südamerika schon ein tolles Hostel in Buenos Aires gebucht haben.

Wie ihr seht – es bleibt wieder mal spannend 🙂

Bis bald und viel Spaß beim Bilder anschauen.