Kambodscha – Phnom Penh

Kaum haben wir Viet Nam hinter uns gelassen, sind wir schon in der Hauptstadt Kambodscha’s.

Phnom Penh ist sicherlich ein Kulturschock für viele, aber wir spürten zunächst kaum einen Unterschied zu den bisher bereisten Ländern;

Die TukTuks sehen aus wie überall, die Verkäufer sind nicht ganz so laut wie in Vietnam, aber genauso nervig wie in Thailand.
Die Straßen sind genauso voll und die Bürgersteige ebenso wenig frei wie in allen anderen asiatischen Ländern. Es stinkt und ist dreckig wie in Teilen Myanmars und Laos. Und dann ist da wieder eine schicke Promenade mit Park wie in Südvietnam…

Aber, und das merkten wir ziemlich schnell, hier ist die Kluft zwischen Arm und reich groß und sichtbar. Statt der üblichen Vorstadtarmut, sahen wir zu nächst eine eingezäunte Gegend, mit großem goldenen Tor – und dahinter Reihenweise schicke Häuser – offensichtlich eine Vorstadt für exklusives Wohnen.
Wenige Straßen weiter Plakate mit der Aufschrift ‚Working is not necessairy for children, but school is!‘
(Arbeiten ist nicht wichtig für Kinder, zur Schule gehen schon!)

Kaum am Hostel angekommen, sahen wie die ersten Obdachlosen und am Abend begegneten uns die ersten Kinder, die entweder etwas verkauften, bettelten oder offensichtlich nichts Gutes im Schilde führten…

Da wir Samstag spät ankamen, war für Sighseeing keine Zeit mehr und so erkundeten wir den Nachtmarkt. Ich weiß nicht, der wievielte Markt dies auf unserer Reise war, aber wir waren sehr froh, doch noch etwas völlig Neues zu entdecken;
Dieser Markt war wie ein großes Fest – mit Bühne, vielen Kleider- und Essenständen und einer großen Fläche, ausgelegt mit Bastmatten, auf denen die Familien, Freunde, Pärchen und vereinzelt Touristen saßen und aßen, quatschten und den Samstag Abend genossen.

Wir taten es der Masse gleich, holten uns an den Essenständen für wenige Dollar unser Abendessen und probierten sogar mal so einen Hühnerfuss. Allerdings hatten wir beide keine Ahnung wie und was man davon essen kann und der Versuch ein bisschen daran rum zu knabbern wurde schnell beendet, da außer Fett da nicht viel dran zu holen ist…

Als Fabian Getränke holte, kamen die ersten Kinder und bettelten nach etwas zu essen, und klar gaben wir ihnen etwas, aber das ist so eine herzerweichende Situation!
Auf der einen Seite sitzt man und genießt den Abend, isst und trinkt und gibt gerne etwas ab. Auf der anderen Seite kann man nicht jedem etwas geben und als wir zurück liefen und uns mehre Frauen mit ihren halb nackten Kindern anbettelten mussten wir nein sagen. Und wie gerne würden wir unser letztes Hemd geben! Es zerreißt mir wirklich das Herz Armut zu sehen.
Ich nehme sehr viel Erfahrung mit nach Hause, aber definitiv die größte Erkenntnis ist, wie unglaublich gut es uns in Deutschland geht!!!

Am nächsten Tag nahmen wir eine weitere (harte) Geschichtsstunde, in dem wir uns zu den Killing Fields, Genocid Museum und National Museum fahren ließen. Und entweder ich habe in Geschichte nicht aufgepasst (aber eigentlich war es eines meiner Lieblingsfächer), oder es wird einfach ein ganz furchtbarer Teil der asiatischen Geschichte in deutschen Schulen überflogen…
Oder wie viele von euch kennen den Namen ‚Pol Pot‘ und wissen über die Gräueltaten der ‚Roten Khmer‘ Bescheid?!

Pol Pot’s Ziel war es den ‚ursprünglichen‘ Kambodschaner zu erhalten. Dafür ließ er Millionen von gebildeten Kambodschaner auf brutalste Weise hinrichten. Eine seiner Prüfverfahren waren – Wer keine Palme hochklettern kann, sei kein Kambodschaner. Wer zu weiche Hände hatte, konnte auch kein Kambodschaner sein. Frauen und Kinder der Beschuldigten wurden gleich mit getötet – nach dem Credo ‚Unkraut muss bei der Wurzel gepackt werden‘.

Da ich weiß, dass einige die das lesen genauso emotional sind, wie ich, lasse ich Einzelheiten weg. Aber das was Kambodscha in den 70er Jahren wider fahren ist, steht an Grausamkeit der Nazizeit in nichts hinter her!

Menschen können so abscheulich sein, unfassbar!!!

Wir waren so traurig und geschockt von den wirklich gut aufbereiteten Gedenkstätten (Audioguide in Deutsch und alles noch vorhanden), dass wir an diesem Abend nicht mehr viel unternahmen.

Doch so langsam wird die Zeit knapp und da wir nicht wissen, wann wir nach unserer Rückkehr das nächste Mal das Meer sehen, entschieden wir uns Tim’s Empfehlung zu folgen und 3 Nächte auf der Insel Koh Rong zu verbringen – kristallklares Wasser, Sandstrände, keine Hotels, nur Bungalows ohne Internet, ohne warmes Wasser, und Strom nur von 18-23 Uhr.

Also fahren wir am Montag los und tauchen dann mal unter 🙂

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