Viet Nam – Ninh Binh

Oh man… man könnte wirklich denken, ich möchte immer freiwillig das ‚Negative‘ unserer Reise wieder geben… So ist es nicht! Aber Viet Nam ist für uns zur Zeit wirklich eine Berg- und Talfahrt der Gefühle!

Nachdem wir den Dien Bien Phu-Schock mit den positiven Erfahrungen in Hanoi & Halong wieder ausgeglichen hatten,
erwartete uns aus Hanoi raus nun leider die widerlichste Busfahrt unserer Reise!

Wir hatten in Hanoi ein ‚Open Bus Ticket‘ gekauft, damit kann man durch ganz Viet Nam (5 Stationen) für bloss 56$ fahren. – Und das mit den bereits von Dien Bin Phu nach Hanoi benutzten liege-Nachtbussen.

Unsere nächste Station war Ninh Binh und sollte zum Glück bloss 2,5 Stunden von Hanoi entfernt sein, deswegen nahmen wir noch am selben Tag, als wir aus Halong zurück kamen, den Bus um 21 Uhr.
Mit dem Minibus wurden wir pünktlich am Hotel abgeholt und zum Bus chauffiert, dort stiegen wir dann in den bereits gut gefüllten Bus. Doch der Bus kam nicht weit…

Nach dem ich meinen Mittelplatz eingenommen habe sah ich das erste Krabbelvieh und schnipste es von meinem Sitz… Kurz danach stiegen noch zwei Mädels aus England ein und kaum hatte sich die eine auf den Sitz neben mir gelegt, schrie sie auf – am Fenster krabbelten gleich zwei Kakerlaken… Ein weiterer Aufschrei und plötzlich saß sie heulend auf meinem ‚Bett‘, denn aus Ihrem krabbelten gleich 5 Kakerlaken auf einmal… Es war so widerlich!

Und so ging es weiter, aus immer mehr Sitzen krabbelten Kakerlaken, die Kopflehnen waren sowieso schon abgeranzt und weder den Busfahrer, noch deren Begleiter interessierte das…

Nach einer fast 40 minütigen Diskussion stiegen 7 Touristen aus, da sie unter diese Umständen auf gar keinen Fall eine Nachtfahrt (über 10 Stunden!) in diesem Bus aushalten könnten (absolut verständlich). Da Fabian und ich bloss 2,5 Stunden fuhren, rissen wir uns zusammen und wurden dann mit über einer Stunde Verspätung mitten in Ninh Binh raus geschmissen. Noch eine nervige Diskussion wegen des Gepäcks und beinahe wäre der Bus dann auch noch mit offenem Gepäckraum losgefahren, hätte Fabian diese nicht noch im letzten Moment netterweise geschlossen… Inkompetenter und unfreundlicher ging es kaum noch!

Doch wir standen dann nicht an einem Busbahnhof oder einer Station, sondern mitten an irgendeiner größeren Straße… Wiedereinmal suchten wir Hilfe und – neben patzigen Antworten oder Ignoranz – wollte man uns auch noch ein anderes Hotel aufschwätzen. Nach einiger Diskussion fanden wir dann ein Taxi und fuhren 5 Minuten… denn eigentlich hätten wir laufen können, was man uns aber nicht sagte… Ah!!! Am Guesthouse wurden wir dann nett empfangen, aber es stellte sich heraus, dass die Busgesellschaft wohl als ‚mangelhaft‘ bekannt sei, aber außer dieser nur noch eine andere das Open-Bus-Ticket anbot und Ausländer befördere und die seien genauso schlecht… Na Halleluja…
Wir waren beide gerädert und mittlerweile war es 23:30 Uhr. Ich war erneut kurz davor Viet Nam zu verlassen und direkt nach Kambodscha zu reisen. Doch meistens kommt es anders, als man denkt…

Ninh Binh
Denn am nächsten Tag meinte das Wetter es zwar nicht gut mit uns, aber da wir ja nun mal in Ninh Binh übernachteten, weil wir wusste, dass die Natur hier schön sein soll, entschieden wir uns -trotz Nieselregen- eine Bootsfahrt durch die in der Region bekannten Höhlen (Trang An Grottoes) zu machen.

Und trotz aller Warnungen (Samstag sei es zu voll, da die Einheimischen mit ihren Familien Ausflüge machen, außerdem seien Touristen dort eher unerwünscht und Taxis zurück gebe es auch kaum), ließen wir uns ein Taxi rufen und fuhren zur Anlegestelle. Tatsächlich war es voll, und außer uns sahen wir bloss 2 weitere Touristen.
Wir versuchten uns ganz unauffällig zu benehmen (quatschten nicht laut, ließen jeden vor und warteten bis man uns wahr nahm), und man winkte uns dann auch in ein Boot – zusammen mit einer vietnamesischen Familie.
Was sich als echter Glücksfall erwies!!!

Die kleine Tochter saß erst ganz schüchtern zwischen uns, aber im laufe der 2,5 stündigen Fahrt durch die Höhlen, entlang der grünen Felsformationen, wurde unser Boot DIE Attraktion und alle tauten auf! Fast jedes vorbei fahrende andere Boot winkte uns zu, rief laut ‚Hello!‘ oder ‚Where are you from?‘ und alle hatten gute Laune und kicherten. Zweimal stiegen wir alle gemeinsam vom Boot um uns etwas anzusehen, und die Familie (die noch aus einem weiteren Boot mit Jugendlichen bestand) nahm uns -wie selbstverständlich- an die Hand und zeigte uns, wo es lang ging.
Sie bestanden dann sogar auf mehrere Fotos und ganz offensichtlich waren wir ihr Gesprächsthema Nummer eins. Wir konnten uns zwar leider nicht unterhalten, denn die Familie konnte außer ‚Hello!‘ und ‚Ok!‘ kein Englisch und wir grad so ‚Danke‘ auf Vietnamesisch… Aber meist genügt ja ein Lachen oder Nicken und für das übrige Gemeinschaftsgefühl sorgten die Kinder, die um uns rum kicherten oder das Baby, was einen heiden Spass an unseren Grimassen hatte.

Es war ein toller Nachmittag mit einer super netten ‚Gastfamilie‘ und die Kakerlaken und ätzenden Busbegleiter waren vergessen! So schnell hatten wir Viet Nam wieder gern!

Und am Abend ging es dann direkt weiter gen Süden, denn da sollen die Leute erst so RICHTIG nett sein! 🙂
Wir gaben dem Busunternehmen noch eine Chance und nahmen dieses Mal den Nachtbus nach Hue – 13 Stunden Fahrt!

Spaaaannend!

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