Myanmar – erste Eindrücke in Yangon und Bago

Ankunft und erste Eindrücke in Yangon
Wow! Nach bloß einer Stunde landeten wir mit AirAsia -aus Bangkok kommend- im nächsten Land:
Myanmar, ehemals Burma.

Ein Land, welches seit 1962 unter einer Militärherrschaft litt und erst seit 2011 Anfange einer Demokratie verzeichnet. Für Touristen war der Zugang zeitweise vollkommen verboten, für Journalisten ist es noch heute schwer einreisen zu dürfen. Seit 2011 ist die Einreise zumindest für ‘normale’ Touristen gestattet.

Verwunderlicher weise begrüsste uns Yangons Flughafen mit dutzenden Schildern ‘Visa On Arrival’…
(Allerdings wäre dieses wohl teurer gewesen, als das Express Visa in der Botschaft und wir sind uns auch nicht sicher, ob man für das On Arrival Visum vllt. einen Grund vorweisen muss.)
Naja die Einreise-Formalitäten waren jedenfalls schnell erledigt und so schnappten wir uns ein Taxi Richtung Yangon Innenstadt.

Der Taxifahrer sprach Englisch und stellte sich als ‘Koko’ vor. Wie er uns erklärte wüssten wir somit auch seinen Geburtstag, denn in Myanmar bekam man wohl einen Namen passend zum Wochentag an dem man geboren wurde. In seinem Fall Montag. Wieder was gelernt! 🙂

Die Fahrt dauerte knapp eine halbe Stunde und während dessen sollten wir uns sein Buch anschauen. Dies war eine Art Poesie Album oder ‘tripadvisor’ in Papierform. Denn wie er erzählte, arbeitete er mit ein paar anderen Fahrern und Dienstleistern seit über 20 Jahren als Guide und Fahrer durch Myanmar. – Er begleitete und chauffierte also Touris zu allen noch so entlegensten Plätzen seines Landes und konnte sehr viel berichten.

Eigentlich eine super Idee dieses Land zusammen mit einem Einheimischen zu erkunden… Aber der Haken kam prompt – €80,- kostete er pro Tag… Tzja, nette Idee aber das lag leider außerhalb unseres Budgets.
Und so stiegen wir an unserem Guesthouse aus und erkundeten noch am Abend auf eigene Faust die Umgebung.

Unsere ersten Eindrücke überwältigten uns ähnlich wie in Bolivien. Hier scheint die Zeit still zu stehen und die für uns normalsten Dinge sind hier völlig fremd. Kaum Strom/Beleuchtung, einfachste Bauten und Straßenbeläge, überall dreckige schwarze Hauswände, Verkehr bei dem man nur rennend im ZickZack über die Straße kam (Bordsteine und Fusswege oder gar Zebrastreifen gibt es nicht), überall zu tief hängende Stromkabel und kaum oder keine Reklame und keinerlei westliche Läden oder Restaurants. Dafür aber jede Menge Straßenhändler. Wie in Bolivien spielte sich das Leben draußen ab und so sah man hier die meisten Menschen vor oder in ihren Läden sitzend, an den Straßenständen oder in den Pagoden/Tempeln, oder auf Rollern an uns vorbei brausen. Und ein für uns elementarster Unterschied ist, dass hier die meisten Englisch (zumindest ansatzweise) verstanden.

So dauerte es keine 5 Minuten bis uns kleine Kinder frech grinsend zu winkten und ‘Hello!’ riefen. Fabian war mit seiner Größe und seinem Bart offensichtlich die Attraktion und so wurde er von jedem Mädchen kichernd angeschaut, oder im vorbei laufend kurz angefasst und es war allen eine große Freude, wenn wir das ‘Hello!’ oder Lächeln erwiderten. Wir kamen uns ein bisschen wie Stars vor

Da wir hungrig waren, entschieden wir uns etwas Lokales zu essen. Am vollsten Straßenstand ließen wir uns anlocken, denn wo viele Einheimische sitzen, kann das Essen ja nicht so schlecht sein!
Also bestellten wir Tee und zweimal ‘was-auch-immer’ (wir konnten es aufgrund der Dunkelheit nicht erkennen und das Mädchen sprach nur ein paar Worte englisch). Strassenstände kennen wir ja jetzt schon ganz gut, aber die Besonderheit in Yangon ist, dass hier auf PlastikKINDERstühlen gegessen wird. Und so sah besonders Fabian wie ein Riese aus und alle um uns herum hatten großen Spass uns beim Essen zu sehen.

Wie wir von der netten Dame am nächsten Stuhl erklärt bekamen, war das Essen eines der traditionellen Gerichte Myanmars – Suppe mit diversen Einlagen. Diese Einlagen waren jedoch relativ undefinierbar (Nudeln, Eistich, Mais, Koriander….) und ehrlich gesagt sah es auch nicht besonders gut aus, aber es schmeckte, war viel und machte satt. Dazu gab es eine Kanne schwarzen Tee.
Die Frau lachte uns zu und fragte, ob es uns schmeckt. Wir nickten und fragten wie das Essen heiße und sie freute sich sehr über die kurze Konversation. Als wir bezahlten kam dann die große Überraschung – das ganze kostete 700 Kyatt! Das waren umgerechnet bloss ca. 52ct! Zweiundfünfzig CENT! Wir wollten dann das Rückgeld auf den Tausender Schein nicht haben, aber das Mädchen bestand darauf. Also hatten wir somit tatsächlich das günstigste Abendessen unserer Reise gegessen!

Wir wollten noch ein bisschen rum schlendern, doch kaum um die erste Hauswand spaziert hielt uns ein zahnloser Birmane an und fragte uns lächelnd und etwas schüchtern ‘Where are you from, sir?’
Wir unterhielten uns kurz mit ihm und er strahlte über sein ganzes Gesicht.
Wie schön es ist Menschen mit ein bisschen Aufmerksamkeit glücklich zu machen!

Und so bestätigte sich schon am ersten Abend, was uns vorher andere Traveller über Myanmar berichteten:
Die meisten Burmesen sind unglaublich nett und aufgeschlossen, sie freuen sich über jedes Gespräch und Lächeln eines Ausländers. Leider gehört Myanmar nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt und das ist für die Einheimischen harte Realität. Was schön ist, ist, dass die meisten englisch verstehen, aber (vor allem wenn andere Burmesen i. d. Nähe sind) sie sind meist zu schüchtern um selbst zu sprechen. Das kenne ich zu gut – sehr liebenswert!
Wir waren schon am ersten Abend ganz hin und weg. Und so wurde auch unsere eigene bisherige Erkenntnis aus Südamerika bestätigt – umso ärmer die Menschen, umso netter und dankbarer sind sie.
Das steckt an und so versuchen wir so oft wie möglich einfach zu essen, zu Lächeln und zu winken und möglichst oft ‘Chäsibah’ (Danke) zu sagen 🙂

Yangon
Am nächsten Tag besuchten wir den großen Markt und erstanden ein paar Mitbringsel und Erinnerungen.

Danach fuhren wir zur Hauptsehenswürdigkeit von Yangon – die riesige Shwedagon Pagode.
Sie war wirklich riesig und erneut vergoldet. Nachdem wir 1,5 Stunden alles auf eigene Faust erkundeten, sprach uns ein Mann an und wollte uns eine ganz besonders gute Fotostelle zeigen. Uns war klar, dass dies eine Masche war, aber wir haben ja nicht viel zu verlieren und waren auch neugierig, was er denn so zu erzählen hat.

Und tatsächlich hatte er Ahnung – er war ein in Rente gegangener Guide, 66 Jahre alt und sein Leben lang hatte er in der Pagode gearbeitet und nun schlich er immer noch jeden Tag hier rum um sich Geld für seine 11 Enkel dazu zu verdienen. Deshalb kannte er tatsächlich jede gute und verborgene Fotostelle und machte ein paar postkartenreife Bilder von uns.
Natürlich war uns klar, dass er dafür Geld wollte und dass er auch nicht umsonst so oft seine Enkel erwähnte. (Ob das mit den 11 Enkeln stimmt, werden wir natürlich nie erfahren…) Aber er war nett, die Bilder gut und die Zusatzinfos hilfreich und so taten uns die 10.000Kyat also €7,50 nicht weh. (Übrigens hätte ein Guide am Eingang genauso viel gekostet.)

Wir sparten dann allerdings auf dem Weg zurück in die Innenstadt, da wir uns ein Taxi mit einem Franzosen und dessen italienischen Frau teilten. (Wie schön wiedermal ein paar französische und italienische Worte zu hören.)

Das war es dann allerdings schon, was man in Yangon erleben kann und so strichen wir eine Nacht und fuhren am nächsten Tag nach Bago.

Bago
Um nach Bago zu kommen, wo der größte liegende Buddha zu sehen ist, sollte man mit dem Taxi einfach zur Busstation von Yangon fahren.
Okay, gesagt getan. Allerdings ging dann alles recht schnell – noch im Taxi sitzend rief einer aus einem Kleinbus unserem Fahrer ‘Bago?!’ zu und eh wir uns versahen saßen wir samt Gepäck zusammen mit 24 Einheimischen auf provisorischen Plätzen im Minibus (hoffentlich) Richtung Bago.

LonelyPlanet sprach von einer 2-4stündigen Fahrt für ca. 10.000Kyat pro Person. Doch wir zahlten hier bloß 5.000 gesamt und da war es dann auch nicht schlimm, dass die Einheimischen bloß 1.000 zahlten.
Nach einer holprigen Stunde wurden wir raus geschmissen – denn hier wurden wir offensichtlich in die Hände des Nächsten gereicht. Wir waren irgendwo im Nirgendo – umgeben von hupenden Autos, LKWs die den Staub aufwirbelten und mehrere dutzend Roller. War das Bago? – Keine Ahnung!!!

Man brachte uns in eines der Straßenrestaurants und bot uns ein Zimmer und Fahrservice an. Wir erkannten, dass wir hier tatsächlich in Bago waren, aber ohne Hilfe nicht weit kommen konnten und nach einigen Abwägungen und Preisverhandlungen nahmen wir ein Angebot an:
Wir erhielten zwei Roller inkl. (halbwegs) englisch-sprechender Fahrer und wurden innerhalb von 2,5 Stunden zu allem Sehenswertem in und um Bago herum kutschiert. Danach, da wir alle einsahen, dass man hier keine Nacht verbringen muss, fuhren wir dann aber direkt weiter in die Stadt ‘Kyaiktiyo‘.
Dort soll es einen Goldenen Stein mit den Haaren Buddhas geben. Natürlich kannte der Restaurantbesitzer dort jemanden mit Hotel und dies zu enem annehmbaren Preis (16 Dollar). Um den Fels zu sehen sollten wir früh morgens mit einem Truck in die Nähe der Sehenswürdigkeit fahren und die letzten 45 Minuten laufen.
Danach mit dem Bus wieder zurück nach Bago um dort dann in den Nachtbus nach Mandalay ein zu steigen.
Wir machten aus, dass wir den Bus nach Mandalay nur zu 50% zahlen, und er den Rest bekam, wenn wir aus Bago wohl behalten zurück sind Ganz blöd sind wir ja auch nicht 🙂

Sehenswürdigkeiten in Bago
Die Rollertour war schon jeden Cent wert! (Auch wenn wir genau wissen, dass auch die Jungs damit ein gutes Geschäft machten.)
Die Fahrt war abenteuerlich und nichts für Angsthasen, aber wir erhielten sehr viele Eindrücke, die wir ohne Einheimische mit einer ‘normalen’ Reisegruppentour niemals erhalten hätten!
Neben dem riesigen liegenden Buddha besichtigten wir diverse Pagoden, aber auch eine –nicht so ganz offiziell aussehende- Hütte in der Frauen Zigaretten rollten, einen Tempel in dem eine riesige Schlange als Inkarnation Buddhas verehrt wird und mitten im Raum liegt, sowie einen Tempel in dem mehrere Hundert Mönche meditierten und lernten.

Es war zwar eine Tour im Schnelldurchlauf, aber für uns genau richtig.
Zurück im Restaurant verspätete sich der Bus nach Kyaiktiyo dann um eine Stunde, aber wir hatten Spaß daran den vorbei fahrenden Autos, Zwei- und Dreirädern und Trucks zuzusehen. Denn wie in fast jedem Land unserer bisherigen Reise, wird auch hier wieder ALLES transportiert, was nur irgendwie drauf oder rein passt.

Wir hoffen unsere Bilder können unsere ersten aufregenden Tage im freundlichen Myanmar ein wenig wieder spiegeln.
Anmerkung: Leider müssen wir aber wahrscheinlich bis zum nächsten Land mit dem Hochladen warten, da das Internet hier sehr begrenzt ist.

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