Cameron Highlands – die Gegend der Landrover!

Nach den Hochhäusern und der tropischen Hitze in KL sehnten wir uns nach Natur und einem erträglicheren Klima. Und so machten wir uns auf den Weg per Bus (4,5 Std.) zu den ‚Cameron Highlands‘, die bereits den Briten während ihrer Kolonialzeit als Erholungsort dienten. Hier soll es mehr Landrover (Defender) geben als Kleinwagen…

Hier blieben wir drei Nächte in Tanah Rata, der Hauptstadt, welche aber bloß aus einer Hauptstraße und wenigen Seitenstraßen besteht. Also alles schön überschaubar.

Am Abend der Ankunft fuhren wir per Taxi für 10 Ringgit (etwas mehr als 2€) in den nächsten Ort um uns den ‚Nachtmarkt‘ an zu sehen, der aber bedauerlicherweise relativ unspektakulär war (Ramsch, Essen und Gemüse sowie Erdbeeren) und so hatten wir innerhalb von 20min alle Stände einmal abgelaufen und suchten nach einem Taxi zurück. Lustigerweise stand unser Taxifahrer noch am Taxistand und so fuhren wir mit ihm wieder zurück und Fabian verhandelte einen ‚Special Price‘, da wir ihm ja innerhalb von 40min zwei Fahrten bescheerten – und tatsächlich ging er lachend drauf ein und wir zahlten 8 Ringgit 🙂

Mossy Forrest Tour
Für den nächsten Tag hatten wir eine Tour in den ‚Mossy Forrest‘ inkl. Tee Plantagenbesuch gebucht.
Und so fuhren wir um 9 Uhr mit einigen vielen anderen Touris in mehreren Landrovern zum Tee-Plantagenfeld, wo wir Bilder machten und ein paar Infos zum Teeanbau erhielten. Zum Beispiel, dass Tee verschiedene Güte-Grade hat, und der beste Tee nur aus den grasgrünen Blättern besteht, die gerade erst gewachsen sind und direkt gepflückt werden. Und das ALLE Teesorten aus ein und der selben Pflanze bestehen und erst die Fermentierungsart sie differenzieren.

Danach fuhren wir zum Mossy Forrest – einem Teil des ältesten Regenwaldes der Welt. Und er machte seinem Namen alle Ehre – es war super nass, neblig und moosig! Wenn man hochspringt und wieder landet, spürt man die Erschütterung noch mehrere Meter entfernt, da der Boden aus einer weichen 1,5m tiefen Hummusschicht besteht. Unser Guide war sehr kompetent und erklärte einige Pflanzen und Baumarten.

Wir sahen einige ‚Monkey Cups‘, eine Pflanze die auf dt. ‚Kannenpflanze‘ heißt. Als Monkey Cup wird sie bezeichnet, da sie sich bei Regen öffnet und das Wasser auffängt und theoretisch können Affen sie dann als Trinkgefäss nutzen. Tatsächlich macht die Pflanze das aber, damit Insekten in Ihren Bauch fliegen, die dann ertrinken, wenn sie sich schließt und sie kann sie dann fressen.
Klingt nicht nur spannend, sah auch faszinierend aus!

Und der Guide war darauf bedacht uns Europäern klar zu machen, dass jeder Regenwald für die gesamte Welt wichtig ist, da ein zerstörter Regenwald nicht wieder aufgebaut werden kann. Und im Gegensatz zu unseren normalen europ. Wäldern, die 4 Jahreszeiten ausgesetzt sind, also auch mal keine Blätter haben und nicht zur Luftreinigung dienen, ist ein Regenwald 365 Tage bewachsen und trägt somit viel wichtiger dazu bei, dass unsere Luft genießbar bleibt. Fazit: RETTET DEN REGENWALD!
P.S.: Und wusstet ihr, dass die Bäume im Regenwald keine ‚Jahresringe‘ haben, sowie unsere Bäume, wenn man sie durchsägt? – Diese entstehen nämlich durch die Jahreszeiten!

Joah und dann ging es noch zur Tee-Fabrik, die ganz nett war, aber halt nur aus ein paar Stationen bestand, bei denen man den Arbeitern und Maschinen beim Tee reiben und verladen zu schauen konnte. Wichtiger war wohl eher, dass die Touris danach den Tee kauften und in der ‚Tee‘-teria tranken und dazu Kuchen aßen. (Was wir bei den Preisen -zw. 1-2€- auch ohne weiteres taten.)

Es war also ein informativer Ausflug, mit netten -kompetenten- indischen Guides und die Teeplantage, auch wenn sie klein war, war sehenswert. Jetzt sind wir erst recht gespannt auf die großen Reisfelder in Vietnam!

Abends gingen wir dann an einem der Touri-Plastikstühlen-Restaurants super billig und gut indisch Essen. (Insgesamt ca. 10€, und das nur weil wir Bier tranken und Alkohol hier soviel kostet wie ein Abendessen, ansonsten waren es etwa 5€ für beide gewesen!!!)

Rafflesia-Dschungel Tour
Da wir im Mossy Forrest ja nicht wirklich viel liefen, buchten wir für den nächsten Tag dann die 4stündige Dschungel-Wanderung zur ‚Rafflesia‘, der Blume mit der weltweit größten Blüte, die bis zu einem Meter groß werden kann!
Ursprünglich wollten wir sie auf eigene Faust in Dschungel suchen, da wir keine Lust auf eine weitere Touri-Fahrt hatten, aber der Guesthouse-Besitzer erklärte uns, dass wir da maximal 2€ sparen würden, da das Gebiet außerhalb liegt und wir dazu einen Roller mieten müssten, da kein Taxi dahin will. Außerdem bräuchten wir einen Einheimischen-Guide, da nur diese wissen wo genau die Blume aktuell blüht und die meisten -die nicht offiziell im Tourismus arbeiten- können kaum Englisch.

Also wurden wir erneut einigen anderen Touris im Landrover abgeholt, enttäuschenderweise aber von einem asiatischen Guide und einem indischen Fahrer, die beide der englischen Sprache nicht so mächtig waren und so war die Stunde in Auto bis zum Startpunkt eine Stunde des Schweigens…

Und dann ging es im strammen Tempo mit zwei Männern aus der Region in den Dschungel. Diese Männer suchen nämlich tatsächlich ganz jährig den Dschungel nach ersten Spuren der Blume ab, damit man dann dort ein paar Monate später die Touris hin führen kann. Die Blume braucht nämlich mehrere Monate bis hin zu einem Jahr, bis aus einer schwarzen unscheinbaren Kugel diese riesige rote Blüte entsteht. Und dann zeigt sie sich bloß 5-7 Tage und verfällt dann langsam in einen hässlichen schwarzen Haufen, den unser Guide ‚Elephant Shit‘ (Elefantenkacke) nannte 🙂

Der 2 stündige Weg durch den Dschungel war mittelmäßig anstrengend, aber vor allem sehr matschig und nach kurzer Zeit sahen wir aus als hätten wir im Matsch gebadet. Aber irgendwie hatte das was 🙂

Angekommen an der Blume waren wir erstaunt was Mutter Natur immer so hin bekommt!
Sie war tatsächlich riesig und zu unserem Glück konnten wir verschiedene Stufen sehen – also sowohl die schwarzen Kugeln, die irgendwann zur Blume aufgehen, als auch einem großen aufgeplatzten Ball, der demnächst aufblüht, als auch Blume und ‚Elephant Shit‘.
Zu meinem großen Erschecken hatte es mich kurz vorm Rückweg erwischt – ein kleiner Blutekel hatte sich an mich ran gemacht! Ich bin ja eigentlich kein kreischendes Mädchen, aber zu wissen, dass da gerade ein glibberiges Schneckenartiges Vieh mein Blut saugt, war WIDERLICH!

Da ich zu blöd war, half mir der Guide (der trotz geringer Englischkenntnisse eigentlich ganz nett und lustig war) dieses kleine blutsaugende Monster von mir ab zu reißen. Weh getan hat es übrigens überhaupt nicht und auch wenn der Blutekel an einem fest ist, spürt man ihn nicht. Nichtsdestotrotz – Erfahrung abgehakt, brauche ich nicht nochmal 🙂
Und dann ging es 2 Stunden den selben Dschungelweg zurück, an den geparkten Landrovern demonstrierte man uns dann noch wie die Ureinwohner mit den Blasrohren jagen und dann fuhren wir wieder eine Stunde zurück. Allerdings dieses mal ein bisschen gesprächiger.

Exakt nach Eintreffen am Guesthouse fing es an zu Schütten, und da ich -das erste mal – etwas Magenprobleme hatte blieben wir bis abends im Zimmer.

Zum Abendessen probierten wir dann mal etwas namens ‚Steamboot‘ aus. Im Prinzip so etwas wie Fondue, nur dass die Basis Suppe ist. Außerdem kann der Topf in der Mitte geteilt sein, so dass man zweierlei Suppen wählen kann. Also probierten wir Curry- und Hühnersuppe. Dazu gab es 4 Teller voll mit verschiedensten Einlagen. Also Glasnudeln, dicke Nudeln, rohe Eier, Hühnchenfleisch, Garnelen, Venusmuscheln, Pilze, Salat und jede Menge verschiedenster Dinge, die wir nicht definieren konnten und alle komisch aussahen aber gleich schmeckten.
Fazit: Gesellige und sättigende Sache und eine schöne Alternative zum Fett-Fondue. Aber nicht so gut wie das ‚Hut-Fleisch-Fondue‘, dass ich mal in der Schweiz aß. Kennt ihr das?

Weiter geht’s nach Penang
Und nun sitzen wir erneut im Bus in Richtung Nord-West Malaysia, nach Penang (George Town). Dies soll einer der letzten Orte sein, an denen man das alte Malaysia noch spüren, schmecken und sehen kann. Denn hier leben alle Kulturen friedlich nebeneinander er und es gibt einen Stadtkern mit alten Häusern. (Also nicht nur Hochglanz-Hochhäuser)

Wir sind gespannt und berichten 🙂