Salkantay Trek | Tag 3. + 4.

TAG 3
Der dritte Tag startete um 06:30 Uhr wieder mit einem Cocatee am Zelt und dieses Mal wurde wir zusätzlich von Sonnenstrahlen, einem Hahn und dem Hundewelpen begrüßt. Letzterer wollte wohl gerne unsere Schlafwärme klauen. Aber aufgrund von akuter Ungeziefergefahr hielten wir ihn lieber mal aus dem Zelt raus.

Wir waren bester Laune und das obwohl wir unglaublich viele Blasen an den Füßen spürten, ich lief wie eine uralte Frau, weil ich Muskelkater im Oberschenkel hatte und meine Knie das bergab laufen nicht vertragen hatten. Aber heute war ein toller Tag – es ging heute bloss 5 Stunden durch den Dschungel auf mehr oder minder ebenem Pfad und am Nachmittag war freie Zeit angesagt beziehungsweise konnten wir in dem kleinen Ort Santa Teresa zu heißen Quellen fahren.
(Was Fabian und ich aufgrund des verlorenen Portemonnaies aber ausschlossen um uns kein Geld leihen zu müssen.)

Dieses Mal liefen wir alle zusammen in ordentlichem Wanderschritt aber mit vielen Stopps, da uns die Guides auf dem Weg durch den Dschungel viel zu den Pflanzen erzählten. Und so merkten wir kaum wie wir tatsächlich erneut fast 6 Stunden hinter uns brachten. Der Weg endete an einer Straße an der wir von einem Minibus abgeholt wurden und zum Zeltplatz gefahren wurden. Es war total merkwürdig nach 2,5 Tagen ohne Autos, Elektrizität und Lärm wieder in die Zivilisation gefahren zu werden. Denn der ‚Zeltplatz‘ entpuppte sich als Wiese in einer Hofeinfahrt an einer Straße im kleinen Ort Santa Teresa.

Dort angekommen halfen wir beim Zeltaufbau, hingen unsere nassen Klamotten auf und es gab Lunch. Schon während des Lunchs wurden wir von Mosquitos gequält und es war fast unerträglich sitzen zu bleiben. Fabian und ich hatten gehofft, dass wir während die Anderen bei den heißen Quellen sind am Zeltplatz duschen und unseren Muskelkater auskurieren könnten. Doch ersten gab es hier erneut keine Dusche und an ‚gemütlich auf einer Wiese liegen‘ war wegen der Mosquitos und des schäbigen ‚Zeltplatzes‘ nicht zu denken. Deshalb gingen wir auf das Angebot ein, dass Rene uns Geld lieh, was uns unglaublich unangenehm war!

Wir fuhren also alle zu den heißen Quellen. Pro Person mussten wir dann dem Fahrer 10 Soles geben und der Eintritt machte 5 Soles… Einige waren echt erbost, dass die 7minütige Fahrt mehr kostete, als der Eintritt. Denn auch wenn 10 Soles pro Person umgerechnet fast nichts ist, war es eine echte Abzocke, dass der Minibus führ eine Strecke von knapp 7 Minuten für 15 Fahrgäste insgesamt 150 Soles kassierte. Kein Wunder, dass er zwei Goldzähne hatte… Egal. Fabian und ich hatten bloß die Duschen im Kopf und freuten uns auf 2 Stunden relaxen in den heißen Quellen. Die Dusche war großartig – endlich wieder ein Mensch! Die heißen Quellen waren dann eher lauwarmes Badewasser, da sind wir aus Wiesbaden anderes gewöhnt, aber 2 Stunden nicht Wandern und dafür im lauwarmen Badewasser die Schmerzen und Mosquitostiche vergessen war einfach unbezahlbar!

Nach den Quellen ging es zurück ins Camp – Abendessen und danach war Party angesagt… Das hieß es wurde ein Lagerfeuer gemacht die andere Gruppe war mittlerweile auch im Camp angekommen. Man konnte sich Alkohol am Kiosk kaufen und außerdem war in dem kleinen Ort gerade eine große Feier, die wir bereits während des Lunchs entdeckt hatten. Es wäre cool gewesen ein traditionelles Fest mit zu machen leider war es dann schon zu Ende als wir los gingen. Und so kauften sich einige tatsächlich das ein oder andere Bier und tanzten um den Kiosk herum. Fabian und ich wollten keine Spielverderber sein und tanzten mit. Fabian musste dann auch auf eines -der längsten- Südamerikanischen Balladen mit Elizabeth tanzen. Ich fand es sehr lustig, aber das Lied war gefühlt 10 Minuten lang und Fabian war fix und fertig, weil die kleine Peruanerin in ganz schön rumwirbelte 😀
Nach dem sich dann nach und Einige in die Zelte verzogen, nutzten wir die Gelegenheit und taten Selbiges.

TAG 4
Tag 4 begann schon ätzend… Wir wachten im Dunkeln mitten in der Nacht mehrfach auf, weil der ‚Zeltplatz‘ laut war und wir hörten wie irgendwer seine Zeltheringe in den Boden hämmerte und irgendwer offensichtlich zum Klo schlich und in der Nacht regnete es, so dass wir schnell die Schuhe ins Zelt retteten, die nasse Wäsche aber noch nasser werden ließen, da im Zelt eh kein Platz war.

Als es dann heller und erneut laut wurde wunderte ich mich, dass wir bisher nicht geweckt wurden. Es hieß am Abend, dass es dieses Mal keinen Cocatee gäbe, da wir wieder durch eine warme Gegend laufen, aber dass an die Zelte geklopft werde.Hm… aber es war bereits 06:50Uhr. Also ganz offensichtlich hatte man uns vergessen. Fabian stolperte aus dem Zelt um unsere nassen Klamotten einzusammeln, während ich im inneren des Zeltes zusammen packte. Ich hörte dann nur sein lautes Fluchen und sah wie er um sich schlug… Mosquitoalarm! Schnell packte er die Klamotten zusammen und kam zurück ins Zelt. Aber… da fehlte doch etwas! Dieses Mal vollgesprüht mit dem letzten Rest der Autandose suchte er seine (fake) The North Face-Trekkinghose, die er zum Trocknen auf den Baum vor dem Zelt gehängt hatte… Vergeblich.
Oh man. Das gibt’s doch nicht! Da hatte irgendjemand heute Nacht tatsächlich Fabians Hose geklaut!!!
Unsere Wut steigerte sich dann noch, als wir auch unsere Wanderstöcke vermissten und mir bewusst wurde, dass die Stöcke, die ich gestern im Feuer sah unsere gewesen sein mussten… Außerdem juckte es uns am gesamten Körper wir (und alle anderen auch) hatten mehr als 50 Mosquitostiche, die sich mittlerweile zu großen roten Placken vergrößerten… Widerlich!

Sauer aßen wir das abermals spärliche Frühstück und hörten uns den Plan des Tages an. 3 Stunden sollte es heute auf einer Straße Richtung Lunchpausentreffpunkt gehen. Allerdings erhielten wir dieses Mal Lunch-to-go und mussten das Gepäck samt Daypack nun selbst tragen, da wir heute Abend Aguas Caliente erreichen und dort ja im Hostal schlafen und somit der Koch und Träger nicht mehr benötigt werden. Ähm… Moment wir haben doch bloß einen Rucksack und der ist 10 kg schwer und keine Wanderstöcke mehr… So ein scheiß, dass wir kein Briefing hatten!
Zum Glück ist auch hier wieder eine bezahlbare Alternative angeboten worden. Geld regiert die Welt.
Für 10 Soles konnten wir mit dem Bus zum ersten Stop fahren und mussten dann die ersten 3 Stunden nicht mit Gepäck laufen. Was nur 10 Soles? – Diesen Schnapper ließen sich dann auch Audrey und Aidan sowie das Brasilianische Paar nicht entgehen und so fuhren wir zum Lunchtreffpunkt – ein ziemlich primitives, geschlossenes und dreckiges Restaurant an den Bahnschienen in dem der Besitzer eine kleine süße Tochter hatte, die uns allen ein bisschen Angst einjagte, als sie anfing aus vollem Hals zu singen und eine richtige Performance ablieferte.

Nach dem Lunch ging es dann abermals durch den Dschungel, dieses Mal aber entlang der Bahnschienen der PeruRail, die uns auch einige Male vollgepackt mit Touris entgegen kam. 4 Stunden brauchten wir bis wir Aguas Caliente -ein kleines Örtchen, welches ausschließlich durch den Machu Picchu Tourismus lebt- erreichten. Kurz vor dem Ort zeigte uns der Guide dann noch wo wir Morgen starteten – ein kleines Pförtnerhäuschen auf dem ‚Machu Picchu‘ stand war der Startpunkt um zum Ziel zu gelangen. Einziges Problem – es gab drei Wege um zwischen dem Pförtnerhäuschen zum Machu Picchu zu gelangen:
1. Mehr als 1.700 Inkastufen (ca. 45Min – 1 Stunde steil bergauf)
2. Den Zickzackweg der Busse laufen (dauert 2 Stunden)
3. Mit dem Bus hoch fahren (kostet USD 8,50 pro Person, dauert 1 Stunde)
Da wir aus mehreren Gründen alle um 6 Uhr oben sein sollten, da zum Beispiel der Machu Picchu dann öffnet, die Touri Massen erst gegen 8Uhr kommen und wir auf den Sonnenaufgang hofften, fiel die Variante 2 schon mal raus.

Da Fabian und ich aber den Ehrgeiz hatten Machu Picchu zu Fuß zu erreichen, dachten wir ‚Hey 1.700 Stufen sind 17 Mal zu uns nach Oben in der Dotzheimer Straße. Das schaffen wir.‘ Das diese Rechnung nicht ganz aufging erlebten wir dann morgens um 5 Uhr…

Vorher checkten wir aber im -wirklich netten- Hostel ein und hatten 3 Stunde freie Zeit zum Shoppen (fiel für uns aus), Duschen und Relaxen (Wunden verarzten) bis wir uns zum Abendessen trafen. Rene lieh uns abermals Geld, da wir die Getränke während des Essens sowie die Verpflegung des kompletten 5. Tages selbst übernehmen mussten, was uns auch vorher nicht gesagt wurde…

Das Essen und der Abend waren nett und das erste Mal hörten wir deutlich den Unmut der Anderen, alle hatten ungefähr den selben Eindruck wie wir – dass die Guides fiel zu oft gefehlt haben (sie saßen auch jetzt nicht mit beim Essen), dass der 3. Campingplatz, fast alle Lunchpausen und das Essen unmöglich waren und das es so schade ist, denn der Trek an sich gut und die Natur traumhaft seien, aber dies total in den Schatten gestellt wurde durch das schlechte Drumherum. Wow. Genau der Meinung waren wir auch. Wir waren uns alle darüber bewusst, dass die Tour offensichtlich zu günstig angeboten wurde und dass die Falschen daran Geld verdienten (alleine die Fahrt am Freitag Abend mit der PeruRail zurück kostete mehr als 50USD), so dass die Guides dafür nichts konnten. Aber hier stimmte einfach das Gesamtpaket nicht!

Zurück im Hostel packten wir unsere Sachen und gingen direkt schlafen, da wir ja um 4:15Uhr frühstücken mussten.

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