Salkantay Trek | Tag 5

TAG 5
Der letzte Tag ist schnell erzählt und hat den ganzen Trip eigentlich umrahmt…

Nur 4 aus unserer Gruppe nahmen den Bus, der Rest war um 04:15 Uhr beim Frühstück. Wir stellten unsere Rucksäcke in eine Ecke der Hostel Lobby (Storage gab es keinen), draußen war es stock finster, regnete in Strömen und wir stiefelten um 04:30 Uhr -ohne Guide- los. 20 Minuten brauchten wir vom Hostel zum Pförtnerhäuschen, dort zeigten wir unsere Pässe und das Machu Picchu Ticket und durften die Brücke passieren.

Dann ging der Höllentrip los… Die Stufen waren keine gleichmäßigen Treppenhausstufen (was uns natürlich vorher klar war), sie waren völlig ungleichmäßig, mal brauchte man drei Schritte, mal einen großen, mal rutschte man fast ab vor nässe, mal sah man nichts weil es so dunkel war… Der Regen gab alles und wir waren -mal wieder- durch nässt bis auf die Haut. Unsere Körper waren müde von den letzten 4 Tagen und dem wenigen Schlaf und ich konnte einfach nicht mehr.
Nach der Hälfte musste ich einfach heulen. Zum Glück regnete es so doll, dass nur Fabian es mitbekam. Ich schimpfte wie ein Rohrspatz, dass ich eigentlich ‚Spaß‘ haben wollte und dass dieser Trek absolut keinen Spass mache und was der ganze Mist soll… 🙂

Aber wir bissen die Zähne zusammen (ehrlich gesagt hatten wir auch keine Wahl) und motiviert von den Jubelschreien derjenigen, die oben ankamen stapften wir tapfer weiter. Wir hörten bereits einen Bus und wussten, dass der erste Bus circa um kurz vor 6 Uhr oben ankam… Das wollten wir nicht – auf gar keinen Fall sollten die Bus-Insassen vor uns in der Schlange am Eingang stehen!!! – Und tatsächlich, wir kamen exakt 10 Sekunden vor dem Bus am Eingang an!!! Der Rest unserer Gruppe war unter den ersten 5 bereits oben in der Schlange und Jubelte uns zu – YEAH wir hatten es unter die ersten 30 geschafft! Was für ein Erfolg! 🙂

Naja und das war’s dann auch erstmal – ab jetzt sprechen Bilder mehr als tausend Worte. Natürlich sahen wir bei dem Regen keinen Sonnenaufgang, aber Machu Picchu an sich in der Bergkulisse zu sehen war gigantisch. Und der Nebel hatte etwas Mystisches.Und auch wenn wir tot müde, völlig k.o. waren, war es wirklich etwas Besonderes durch diese Inkastätte zu laufen, bevor die Massen kamen. 2 Stunden führte unser Guide uns dann rum (er kam übrigens mit dem 1.Bus) und danach trennten sich dann die Wege aller. Einige gingen noch auf die umliegende Berge um eine besonders gute Sicht zu haben, andere (wie wir) brauchten erstmal eine Stunde Stillstand um runter zu fahren, zumal Fabian von Bauchkrämpfen attackiert wurde.

Wir blieben noch 2 Stunden auf dem Machu Picchu, die Sonne kam raus und mittlerweile kamen die Tages-Touristen Scharenweise… Wir fuhren dann wieder runter in den Ort – Ja fuhren! Wir gönnten uns den Bus und hängten die nassen Wanderschuhe geistig an den Nagel. Blöd war dann nur, dass wir nun noch 10 Stunden überbrücken mussten bis es wieder zurück nach Cusco ging. (Alle hatten unterschiedliche Zugabfahrtszeiten erhalten und wir hatten, zusammen mit Jeremy und Sarah den schlechtesten Zug erwischt – 21:30 Uhr Abfahrt).

Tatsächlich vertrieben wir uns irgendwie diese Zeit in dem wir im Hostel im Sitzen auf der Couch neben dem Gepäck schliefen und in einem der Touri-Restaurants 3 Stunden zu Mittag aßen…

Der Zug kam pünktlich und im Zug dann die nächste Überraschung – wir hatten getrennte Sitzplätze… Zum Glück ging es einigen so und so ging das wilde Plätze tauschen los und wir saßen dann irgendwann nebeneinander. Wir waren soooo müde und schliefen die ersten 30 Minuten ein. Bis es plötzlich laut Rumste. Oh nein… der Zug stand still. 20 Minuten dauerte es bis der Mechaniker den Fehler fand und der Zug laut hupend wieder ins Rollen geriet. Einige jubelten, als es nach 20 Sekunden erneut schepperte. Scheiße, das klang nicht gut…
Und tatsächlich kam nach weitern 10 Minuten die Durchsage auf Spanisch – auf Grund eines technischen Defektes kann der Zug nicht weiter fahren und wir müssen nun 1,5 Stunden auf den anderen Zug warten. DAS KANN DOCH JETZT NICHT WAHR SEIN!!!!!!!!!

Hätten wir diese 5 Tage nicht selbst erlebt, dann würde ich sagen, so viel Mist kann doch keiner erleben… Doch das geht…

Das Ende vom Lied ist dann, dass wir tatsächlich 2 Stunden warteten, zwischendurch fuhr der 22:30 Uhr Zug an uns vorbei, und wir alle hatten Angst, das wir unsere Anschlüsse verpassten, denn der Zug fuhr nur bis nach Ollantaytambo, dort sollte ein Bus auf uns warten und uns weitere 2 Stunden nach Cusco fahren. Nun waren wir aber gute 2,5 Stunden zu spät….
Und für uns hieß jede Verspätung weniger Schlaf, da wir ja den Inka Express bereits für den nächsten Tag gebucht hatten – Abfahrt 06:10Uhr…

Tatsächlich wartete der Bus auf uns und wir waren schlussendlich um 03:45Uhr im Hostel. Dort mussten wir noch die Tour, die Schlafsäcke und das Zimmer bezahlen. Da der an der Rezeption keinen Plan hatte und wir ja echt unzufrieden mit der Tour waren, ließen wir die Schlafsäcke einfach mal in Vergessenheit geraten und zahlten bloß Tour + Zimmer, gingen für 2 Stunden schlafen und das war dann das krönende Ende der 5 Tage Salkantey Trek Tour…

Salkantay Trek | Tag 3. + 4.

TAG 3
Der dritte Tag startete um 06:30 Uhr wieder mit einem Cocatee am Zelt und dieses Mal wurde wir zusätzlich von Sonnenstrahlen, einem Hahn und dem Hundewelpen begrüßt. Letzterer wollte wohl gerne unsere Schlafwärme klauen. Aber aufgrund von akuter Ungeziefergefahr hielten wir ihn lieber mal aus dem Zelt raus.

Wir waren bester Laune und das obwohl wir unglaublich viele Blasen an den Füßen spürten, ich lief wie eine uralte Frau, weil ich Muskelkater im Oberschenkel hatte und meine Knie das bergab laufen nicht vertragen hatten. Aber heute war ein toller Tag – es ging heute bloss 5 Stunden durch den Dschungel auf mehr oder minder ebenem Pfad und am Nachmittag war freie Zeit angesagt beziehungsweise konnten wir in dem kleinen Ort Santa Teresa zu heißen Quellen fahren.
(Was Fabian und ich aufgrund des verlorenen Portemonnaies aber ausschlossen um uns kein Geld leihen zu müssen.)

Dieses Mal liefen wir alle zusammen in ordentlichem Wanderschritt aber mit vielen Stopps, da uns die Guides auf dem Weg durch den Dschungel viel zu den Pflanzen erzählten. Und so merkten wir kaum wie wir tatsächlich erneut fast 6 Stunden hinter uns brachten. Der Weg endete an einer Straße an der wir von einem Minibus abgeholt wurden und zum Zeltplatz gefahren wurden. Es war total merkwürdig nach 2,5 Tagen ohne Autos, Elektrizität und Lärm wieder in die Zivilisation gefahren zu werden. Denn der ‚Zeltplatz‘ entpuppte sich als Wiese in einer Hofeinfahrt an einer Straße im kleinen Ort Santa Teresa.

Dort angekommen halfen wir beim Zeltaufbau, hingen unsere nassen Klamotten auf und es gab Lunch. Schon während des Lunchs wurden wir von Mosquitos gequält und es war fast unerträglich sitzen zu bleiben. Fabian und ich hatten gehofft, dass wir während die Anderen bei den heißen Quellen sind am Zeltplatz duschen und unseren Muskelkater auskurieren könnten. Doch ersten gab es hier erneut keine Dusche und an ‚gemütlich auf einer Wiese liegen‘ war wegen der Mosquitos und des schäbigen ‚Zeltplatzes‘ nicht zu denken. Deshalb gingen wir auf das Angebot ein, dass Rene uns Geld lieh, was uns unglaublich unangenehm war!

Wir fuhren also alle zu den heißen Quellen. Pro Person mussten wir dann dem Fahrer 10 Soles geben und der Eintritt machte 5 Soles… Einige waren echt erbost, dass die 7minütige Fahrt mehr kostete, als der Eintritt. Denn auch wenn 10 Soles pro Person umgerechnet fast nichts ist, war es eine echte Abzocke, dass der Minibus führ eine Strecke von knapp 7 Minuten für 15 Fahrgäste insgesamt 150 Soles kassierte. Kein Wunder, dass er zwei Goldzähne hatte… Egal. Fabian und ich hatten bloß die Duschen im Kopf und freuten uns auf 2 Stunden relaxen in den heißen Quellen. Die Dusche war großartig – endlich wieder ein Mensch! Die heißen Quellen waren dann eher lauwarmes Badewasser, da sind wir aus Wiesbaden anderes gewöhnt, aber 2 Stunden nicht Wandern und dafür im lauwarmen Badewasser die Schmerzen und Mosquitostiche vergessen war einfach unbezahlbar!

Nach den Quellen ging es zurück ins Camp – Abendessen und danach war Party angesagt… Das hieß es wurde ein Lagerfeuer gemacht die andere Gruppe war mittlerweile auch im Camp angekommen. Man konnte sich Alkohol am Kiosk kaufen und außerdem war in dem kleinen Ort gerade eine große Feier, die wir bereits während des Lunchs entdeckt hatten. Es wäre cool gewesen ein traditionelles Fest mit zu machen leider war es dann schon zu Ende als wir los gingen. Und so kauften sich einige tatsächlich das ein oder andere Bier und tanzten um den Kiosk herum. Fabian und ich wollten keine Spielverderber sein und tanzten mit. Fabian musste dann auch auf eines -der längsten- Südamerikanischen Balladen mit Elizabeth tanzen. Ich fand es sehr lustig, aber das Lied war gefühlt 10 Minuten lang und Fabian war fix und fertig, weil die kleine Peruanerin in ganz schön rumwirbelte 😀
Nach dem sich dann nach und Einige in die Zelte verzogen, nutzten wir die Gelegenheit und taten Selbiges.

TAG 4
Tag 4 begann schon ätzend… Wir wachten im Dunkeln mitten in der Nacht mehrfach auf, weil der ‚Zeltplatz‘ laut war und wir hörten wie irgendwer seine Zeltheringe in den Boden hämmerte und irgendwer offensichtlich zum Klo schlich und in der Nacht regnete es, so dass wir schnell die Schuhe ins Zelt retteten, die nasse Wäsche aber noch nasser werden ließen, da im Zelt eh kein Platz war.

Als es dann heller und erneut laut wurde wunderte ich mich, dass wir bisher nicht geweckt wurden. Es hieß am Abend, dass es dieses Mal keinen Cocatee gäbe, da wir wieder durch eine warme Gegend laufen, aber dass an die Zelte geklopft werde.Hm… aber es war bereits 06:50Uhr. Also ganz offensichtlich hatte man uns vergessen. Fabian stolperte aus dem Zelt um unsere nassen Klamotten einzusammeln, während ich im inneren des Zeltes zusammen packte. Ich hörte dann nur sein lautes Fluchen und sah wie er um sich schlug… Mosquitoalarm! Schnell packte er die Klamotten zusammen und kam zurück ins Zelt. Aber… da fehlte doch etwas! Dieses Mal vollgesprüht mit dem letzten Rest der Autandose suchte er seine (fake) The North Face-Trekkinghose, die er zum Trocknen auf den Baum vor dem Zelt gehängt hatte… Vergeblich.
Oh man. Das gibt’s doch nicht! Da hatte irgendjemand heute Nacht tatsächlich Fabians Hose geklaut!!!
Unsere Wut steigerte sich dann noch, als wir auch unsere Wanderstöcke vermissten und mir bewusst wurde, dass die Stöcke, die ich gestern im Feuer sah unsere gewesen sein mussten… Außerdem juckte es uns am gesamten Körper wir (und alle anderen auch) hatten mehr als 50 Mosquitostiche, die sich mittlerweile zu großen roten Placken vergrößerten… Widerlich!

Sauer aßen wir das abermals spärliche Frühstück und hörten uns den Plan des Tages an. 3 Stunden sollte es heute auf einer Straße Richtung Lunchpausentreffpunkt gehen. Allerdings erhielten wir dieses Mal Lunch-to-go und mussten das Gepäck samt Daypack nun selbst tragen, da wir heute Abend Aguas Caliente erreichen und dort ja im Hostal schlafen und somit der Koch und Träger nicht mehr benötigt werden. Ähm… Moment wir haben doch bloß einen Rucksack und der ist 10 kg schwer und keine Wanderstöcke mehr… So ein scheiß, dass wir kein Briefing hatten!
Zum Glück ist auch hier wieder eine bezahlbare Alternative angeboten worden. Geld regiert die Welt.
Für 10 Soles konnten wir mit dem Bus zum ersten Stop fahren und mussten dann die ersten 3 Stunden nicht mit Gepäck laufen. Was nur 10 Soles? – Diesen Schnapper ließen sich dann auch Audrey und Aidan sowie das Brasilianische Paar nicht entgehen und so fuhren wir zum Lunchtreffpunkt – ein ziemlich primitives, geschlossenes und dreckiges Restaurant an den Bahnschienen in dem der Besitzer eine kleine süße Tochter hatte, die uns allen ein bisschen Angst einjagte, als sie anfing aus vollem Hals zu singen und eine richtige Performance ablieferte.

Nach dem Lunch ging es dann abermals durch den Dschungel, dieses Mal aber entlang der Bahnschienen der PeruRail, die uns auch einige Male vollgepackt mit Touris entgegen kam. 4 Stunden brauchten wir bis wir Aguas Caliente -ein kleines Örtchen, welches ausschließlich durch den Machu Picchu Tourismus lebt- erreichten. Kurz vor dem Ort zeigte uns der Guide dann noch wo wir Morgen starteten – ein kleines Pförtnerhäuschen auf dem ‚Machu Picchu‘ stand war der Startpunkt um zum Ziel zu gelangen. Einziges Problem – es gab drei Wege um zwischen dem Pförtnerhäuschen zum Machu Picchu zu gelangen:
1. Mehr als 1.700 Inkastufen (ca. 45Min – 1 Stunde steil bergauf)
2. Den Zickzackweg der Busse laufen (dauert 2 Stunden)
3. Mit dem Bus hoch fahren (kostet USD 8,50 pro Person, dauert 1 Stunde)
Da wir aus mehreren Gründen alle um 6 Uhr oben sein sollten, da zum Beispiel der Machu Picchu dann öffnet, die Touri Massen erst gegen 8Uhr kommen und wir auf den Sonnenaufgang hofften, fiel die Variante 2 schon mal raus.

Da Fabian und ich aber den Ehrgeiz hatten Machu Picchu zu Fuß zu erreichen, dachten wir ‚Hey 1.700 Stufen sind 17 Mal zu uns nach Oben in der Dotzheimer Straße. Das schaffen wir.‘ Das diese Rechnung nicht ganz aufging erlebten wir dann morgens um 5 Uhr…

Vorher checkten wir aber im -wirklich netten- Hostel ein und hatten 3 Stunde freie Zeit zum Shoppen (fiel für uns aus), Duschen und Relaxen (Wunden verarzten) bis wir uns zum Abendessen trafen. Rene lieh uns abermals Geld, da wir die Getränke während des Essens sowie die Verpflegung des kompletten 5. Tages selbst übernehmen mussten, was uns auch vorher nicht gesagt wurde…

Das Essen und der Abend waren nett und das erste Mal hörten wir deutlich den Unmut der Anderen, alle hatten ungefähr den selben Eindruck wie wir – dass die Guides fiel zu oft gefehlt haben (sie saßen auch jetzt nicht mit beim Essen), dass der 3. Campingplatz, fast alle Lunchpausen und das Essen unmöglich waren und das es so schade ist, denn der Trek an sich gut und die Natur traumhaft seien, aber dies total in den Schatten gestellt wurde durch das schlechte Drumherum. Wow. Genau der Meinung waren wir auch. Wir waren uns alle darüber bewusst, dass die Tour offensichtlich zu günstig angeboten wurde und dass die Falschen daran Geld verdienten (alleine die Fahrt am Freitag Abend mit der PeruRail zurück kostete mehr als 50USD), so dass die Guides dafür nichts konnten. Aber hier stimmte einfach das Gesamtpaket nicht!

Zurück im Hostel packten wir unsere Sachen und gingen direkt schlafen, da wir ja um 4:15Uhr frühstücken mussten.

Salkantay Trek | Tag 2

So mittlerweile sind wir in Bolivien und ich lag während der Korrektur des ‚Salkantey Trek | Tag 1‘ gemütlich in einer Hängematte mit Blick auf den Titicacasee – so hab ich mir das vorgestellt 🙂

Also stehen geblieben bin ich beim Ende von Tag 1 – Völlig erschöpft und ehrlich gesagt hatte ich wirklich Angst vor dem 2. Tag, weil ich nicht aufgeben wollte, aber noch vier weitere Tage vor mir lagen und ich den Ersten schon hart fand…

TAG 2
Die Nacht war nicht so eiskalt wie befürchtet, was wohl auch an unserem Zwiebellook lag.
Morgens um 05:30 Uhr klopfte es an jede Zelttür und wir wurden mit heißem Coca-Tee geweckt. Super gut!

Ziemlich zerknautscht fingen wir an unsere Sachen zu packen und uns umzuziehen. Während draußen schon das spärliche Frühstück aufgebaut wurde, dachte ich darüber nach was mir NICHT weh tat und wie ich den Tag überstehen sollte.
Man! Es war doch grade mal 1/5 rum…

Fabian schaute mich an und sagte: „Ist doch echt kein Problem, nimm das Pferd!“ – „Ja aber es ist doch voll blöd wenn Du dann 3 Stunden alleine kämpfst und ich gemütlich mit einem Pferd an Dir vorbei reite…“
Doch er bestand darauf, dass er seinen Körper austesten wollte und ich das Pferd nehmen kann. Ein Glück!
Wir sagten dem Guide Bescheid und zum Glück war ich nicht die Einzige – meine Brasilianischen ‚Freunde‘ hatten sich auch für das Pferd entschieden 🙂

Wir waren fast fertig mit Packen und die anderen hatten bereits angefangen zu frühstücken als das Unglück geschah – wir vermissten unser Portemonnaie!
Kurzfassung: Nach langer Suche, Tränen, Wut, Verzweiflung und Ungläubigkeit mussten wir uns damit abfinden, dass wir es verloren hatten, irgendwo zwischen dem Lunch gestern Mittag und Gestern Abend beim Sternenhimmel Fotografieren musste es aus Fabians Jacke gefallen sein und ein sehr glücklicher Finder hatte nun den Tag seines Lebens… Denn wir hatten natürlich Soles für 5 Tage sowie 50USD für die Schlafsäcke dabei. Zum Glück hatten wir das Geld um den Trek zu bezahlen im Hostel gelassen…

Wir hatten nun nicht mal Geld um uns Wasser zu kaufen… und das Pferd zu bezahlen… SCHEIßE!
Ich war fix und fertig – sauer dass ich schon nach dem ersten Tag körperlich k.o. war, sauer das das Geld weg war (und das schöne Portemonnaie und unser Glücksmarienkäfer!) und verzweifelt, dass ich jetzt ohne Wasser doch laufen musste…

Zum Glück nahm sich Elizabeth uns an und lieh uns 120 Soles. Und auch Rene bot uns an, Geld zu leihen.
Wirklich sehr sehr nett, denn sie kannten uns ja gar nicht!!!

Vor lauter Portemonnaie-Suche hatten wir das Frühstück verpasst und Edwin rief schon alle zusammen um den Anstieg zu starten. Vorher sollte sich aber bitte jeder einen Stein suchen, da wir später damit eine Zeremonie abhalten würden.
Die Reiter sollten einfach hier warten und das Pferd am Kiosk zahlen. Okay, also zahlte ich 100 Soles bei der Frau die eigentlich Süßigkeiten verkaufte… Und Fabian lief mit dem Rest der Gruppe um 07:00 Uhr los.

Die Pferde samt Pferdeführer (ein circa 14 Jähriger Junge) kamen nach einiger Zeit im Camp an und wir trappten zu Dritt los, während er neben dran lief und immer wieder ‚Mullahhh‘ rief, wenn die Pferde nicht laufen wollten.
Die erste Stunde war wirklich nur stupides gerade aus schleichen und man konnte das erste Mal die Natur genießen, da man nicht damit beschäftigt war auf die vielen Hindernisse auf dem Weg zu achten. Ihr müsst Euch die Wege hier bitte weniger romantisch als die Wanderwege in den Alpen vorstellen. Hier sind die Wege nicht freigeräumt oder gar gesichert… Hauptsächlich bestehen sie aus vielen kleinen und großen Hindernissen wie Steinen, Felsvorsprüngen, Bächen oder Kuhfladen… Aber auf dem Rücken der Pferde bekamen wir das in der 1. Stunde kaum mit.
Danach wurde es aber steiler und ich muss wirklich sagen, dass ich es kaum mit meinem Herzen vereinbaren konnte, dass das Pferd mich da hoch brachte. Klar es war machbar und die Pferde tragen weit aus schwereres Material die Berge hoch, aber wohl war mir damit nicht.

Und ich musste dauernd daran denken, dass Fabian irgendwo vor mir lief und diesen Weg hoch gewandert war, zumindest hatte ich ihn bisher nirgends sitzen sehen und ging davon aus, dass alles okay war. Nach einer weiteren Stunde trabten wir mit den Pferden an unserer Gruppe vorbei, die gerade Pause machte und wir konnten uns bloß einen kurzen Blick zu werfen. Fabian sah schon etwas k.o. aus… Und es tat mir sehr leid, dass ich ihm vor lauter Portemonnaie-Wut nicht noch ‚Viel Erfolg!‘ gewünscht hatte…

Etwas weniger als eine Stunde dauerte dann der letzte, steilste Teil des Aufstiegs. – Die Luft war super dünn und der Weg im Zickzack voller Geröll und steil. Oben auf 4.640 m angekommen begrüßte der Berg uns mit eisig kaltem Wind, Schneeregen und Kälte…
Einige der anderen Gruppe saßen schon völlig erschöpft beisammen, andere zogen sich gerade die Regencaps über und wieder andere verabschiedeten sich von den Pferden, denn auch sie hatten die Alternative gewählt. Wir Drei taten Selbiges und warteten dann im Schneeregen auf unsere Gruppe, die nach und nach fix und fertig eintraf. Ich war sehr froh Fabian zu sehen. – Er war allerdings sprach- und atemlos und vollkommen k.o. Ich habe ihn wirklich selten am Limit gesehen, ich glaube das letzte Mal, als er sich beim Basketball den Fuß verstauchte…

Zum Verschnaufen machten wir zunächst alle zusammen ein Gruppenbild und jeder knipste sich am Bergschild ein Erinnerungsfoto. (Wobei ich mir diese Ehre verwehrte, schließlich hatte mich ja ein Pferd hoch gebracht und ich habe großen Respekt vor allen, die diese harten 6km zu Fuß hinter sich gebracht haben!!!)

Außerdem war es nun an der Zeit das ‚Steinritual‘ zu vollziehen! Da der Salkantay Berg als ‚Heiliger Berg‘ verehrt wird, ist es die Pflicht eines Wanderers einen Stein aus dem Tal auf den Berg zu bringen und diesen auf 3 mitgebrachte Coca-Blätter zu legen. Dann darf man sich etwas -nicht Materielles- wünschen.

Danach hieß es dann auch schon „Vamos Chicos!“, wobei wir uns relativ unsicher waren WO LANG? – Denn es hatte sich so sehr zugezogen, dass man vor lauter Schneeregen und Nebel kaum etwas sah… Bis zum Lunchlager waren es dann nochmals etwa zwei Stunden, die sich aber durch den Schneeregen im Gesicht und dem Nebel zogen wie Kaugummi.
Das Mittagessen war dann relativ wortkarg, alle waren k.o. und das Essen bestand erneut aus Reis, Kartoffeln und zähem Fleisch und am liebsten hätten alle nur Suppe gegessen – so kalt war es. Außerdem war dieses Lunchlager so provisorisch, dass es auf der einen Seite rein regnete, was das Essen erschwerte…

Ab jetzt sollte es die restlichen Tage nur noch bergab bzw. easy gerade aus gehen, da wir am höchsten Punkt angekommen waren und nun nur noch Höhenmeter verlieren mussten. Und so hieß es nach dem Mittagessen, dass es nun nur 3 Stunden bergab ginge und wir einfach schon mal dem breiten Pfad folgen sollten, da könnte man nichts falsch machen… Da ich ja noch relativ fresh war ich motiviert. – Also los geht’s, bergab ist ja super!

Haha, weit gefehlt.

Wir stapften also los und umso weiter es ging umso eher wurde aus Schneeregen normaler Regen und aus einem Feldpfad ein Matschfeld. Es gab teilweise auf dem Weg keine andere Möglichkeit NICHT Knöcheltief im Matsch zu versinken. Ungelogen, es war ALLES nass und matschig. Da es dann ja zusätzlich nur bergab ging, war der Wanderstock unser bester Freund. Teilweise waren es richtige Bäche die wir im Regen überqueren mussten und alle Steine waren rutschig und es war kein Zucker schlecken. Ihr könnt Euch das so vorstellen, wie mit Chucks (Anm: Stoffschuhen) durch eine aufgeweichte Kuhweide zu laufen, die aber scharf bergab verläuft… Mal ganz abgesehen davon, dass wir den Weg ohne Guide gingen…
Die super Sportler – Kathi, Rob und Jeremy rannten den kompletten Weg bis zum Camp und wir waren stark verwundert, als wir Ihnen ein zweites Mal begegneten – denn sie hatten sich verlaufen. So viel zum Thema ‚keine Sorge es gibt nur einen Weg‘.

Es mag klingen als seien wir nur am Meckern, aber leider waren die ersten zwei Tage tatsächlich grauenhaft. Die Natur war super schön und wir haben uns auch wirklich an der Kulisse um uns herum erfreut, aber bis wir dann tatsächlich nach nun 21km (Fabian) bzw. 15km (Julia) im Lager ankamen waren wir so dreckig und matschig, dass wir eigentlich nur eine heiße Dusche wollten. Gab es aber ja nicht… Außerdem war es nun fast 17 Uhr und somit wurden alle unsere nassen Klamotten nicht mehr durch die Sonne trocken und vor allem die Wanderschuhe waren durchgeweicht…

Was uns aber dann wieder motivierte war der warme Cocatee und das wirklich schöne Lager. – Es sah aus wie ein Bauernhof umgeben von grünen Bergen. Hühner, Schweine und Pferde liefen frei herum. Ein Hundewelpen war auch wieder am Start. Und mittendrin wurden unsere Zelte aufgebaut. Pünktlich zum Ende des letzten Zeltaufbaus hörte dann auch der Regen auf.

Bis zum Abendessen saßen wir alle beieinander und auch wenn allen die Beine vom bergab laufen weh taten (das ständige Abstoppen ging enorm auf die Kniegelenke) war die Stimmung deutlich besser, denn alle wussten, dass das Allerschlimmste hinter uns lag. Und so spielten wir dann zusammen mit Jeremy, Rob, Kathi und Rene ein –für uns Neues- Kartenspiel dessen Name ich vergessen habe, welches aber ähnlich einfach ist und ähnlich heißt wie das Kartenspiel ‚A***loch‘.

Während dem Abendessen -was dieses Mal auch besser war und aus Spagetti und einer undefinierbaren Tomatensauce sowie Gemüse bestand- lernte man sich dann auch etwas besser kennen und hörte wer woher kam etc.
Trotzdem gingen wir alle wieder direkt ins Bett, denn auch am 3. Tag hieß es „Früh aufstehen!“.